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Erneuerung der Heinrich-Heine-Straße

Zwischen der Ludwig-Mond-Straße und der Frankfurter Straße soll die Heinrich-Heine-Straße grundhaft erneuert werden.

Art der Maßnahme
Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt Kassel plant den o. g. Abschnitt der Heinrich-Heine-Straße in den Stadtteilen Wehlheiden (Gemarkung 1599 Wehlheiden, Flur 6 und 7) und Südstadt (Gemarkung 1530 Kassel, Flur 8 und 51) grundhaft zu erneuern.

Erneuerung verzögert sich auf unbestimmte Zeit
Wann der Straßenausbau stattfinden und wie dieser finanziert werden kann, sei derzeit aber noch offen, erklärt Dirk Stochla, Dezernent für Ordnung, Sicherheit und Verkehr. Grund für die Verzögerung sind Widersprüche von Naturschutzverbänden gegen die naturschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde zur Fällung von 90 Bäumen. 

Diese Widersprüche wurden seitens der Stadt rechtlich so eingeschätzt, dass sie zunächst aufschiebende Wirkung haben. "Wir halten uns an Recht und Gesetz. Eine Fällung ist deshalb bis zum Abschluss der nun laufenden Widerspruchsverfahren nicht möglich. Die Umweltverbände haben ein von Gesetzgeber gewolltes und geschütztes besonderes Einspruchsrecht. Das haben wir zu respektieren", so Umweltdezernent Nolda.

Baumfällungen notwendig 
Nolda und Stochla betonten, dass es notwendig sei, die Bäume zu fällen, um die Heinrich-Heine-Straße zu erneuern und neu zu gestalten. Die Planungen waren in mehreren Gremien, unter anderem im Naturschutzbeirat, an dem Vertreter der Naturschutzverbände aktiv teilnehmen, auf Anliegerversammlungen sowie in den Ortsbeiräten Südstadt und Wehlheiden umfassend, auch hinsichtlich der Anzahl der zu fällenden Bäume, vorgestellt worden. Besonders in den Ortsbeiräten waren sie auf einhellige Zustimmung gestoßen.
 
Gerade vor dem Hintergrund der umfassenden Information im Vorfeld sei die nun eingetretene Verzögerung kurz vor geplantem Baubeginn sehr bedauerlich, teilte Stochla mit. "Wäre der Widerspruch im Herbst eingelegt worden, hätte die Stadt mit hinreichend Zeit für eine eingehende Prüfung die Option zur Erneuerung der Heinrich-Heine-Straße in 2019/ 2020 behalten." Vor allem die Anwohner wünschten sich aus nachvollziehbaren Gründen seit vielen Jahren eine Modernisierung ihrer Heinrich-Heine-Straße.
 
Auf Grundlage des Naturschutzgesetzes mit der Berücksichtigung der Vogelbrutzeit sind Baumfällungen und Gehölzschnitte ab März eines Jahres nur unter sehr strengen Auflagen und mit weitreichenden Restriktionen zulässig. Diese Frist habe sich durch die aufschiebende Wirkung der Widersprüche gegen die Fällgenehmigung nicht halten lassen, erläuterte Stadtbaurat Nolda.

Bereits etwa 250.000 Euro für bisherige Planungen ausgegeben 
Durch die bisherigen Planungen und Arbeiten seien Aufwendungen von etwa 250.000 Euro entstanden, sagte Verkehrsdezernent Stochla. Einige dieser Aufwendungen, unter anderem für Ingenieurleistungen und Kampfmittelsondierungen, seien mit Blick auf einen späteren Baustart nicht verloren. Das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt habe umgehend Maßnahmen eingeleitet, damit nicht noch weitere Aufwendungen anfallen.

Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro 
Die Gesamtkosten für die neue Gestaltung der Heinrich-Heine-Straße mit verkehrsberuhigendem Charakter, Steigerung der Aufenthaltsqualität, neuem, gesteigertem Grünanteil und lärmärmerem Asphaltbelag belaufen sich auf etwa 4,5 Millionen Euro. Davon sollten etwa 700.000 Euro über das Kommunale Investitionsprogramm für den Austausch des heute vorhandenen Pflasters finanziert werden. Diese Mittel seien ebenfalls nicht verloren, sagte Stochla. Derzeit suche die Stadtverwaltung nach Lösungen, diese für andere Bauprojekte umzuwidmen.
 
Nach den ursprünglichen Planungen mit den positiven Beschlüssen der Ortbeiräte sowie weiterer städtischer Gremien sollte die Bauausführung in diesem Jahr beginnen und bis Ende 2020 abgeschlossen sein. Derzeit stehen an der Heinrich-Heine-Straße insgesamt 137 Bäume.

Lagepläne und Regelquerschnitt

Straßenraum neu aufteilen

Nur durch die Fällung von 90 der 137 Bäume ergibt sich die Möglichkeit, den Straßenraum neu aufzuteilen, die geplanten Baumstandorte in Richtung Fahrbahnachse zu verlagern und damit eine neue und in Teilen sogar längere Allee als bisher mit abschnittsweise wechselnden Baumarten zu gründen. Unter diesen Voraussetzungen können die im Planungsworkshop 2017 herausgearbeiteten Planungsziele mit dem verkehrsberuhigenden Straßencharakter, den insbesondere für Schulwege verbreiterten Gehwegen, neuen Plätzen mit Aufenthaltsfunktion und dem Wohnumfeld angepassten Parkplatzeinrichtungen erfüllt werden.

Des weiteren sieht die Planung 17 optionale Baumstandorte an Stellen zusätzlich vor, wo zukünftig aufgrund der schlechten Standortbedingungen mit abgängigen Bäumen zu rechnen ist. Den Schlusspunkt der Arbeiten sollte die Pflanzung von 122 neuen Bäumen im Frühjahr 2021 bilden, so dass am Ende mehr Bäume an der Heinrich-Heine-Straße stehen als bisher.
 
"Im Interesse der Stadt und ihrer Bürgerschaft hoffe ich für die Zukunft, dass sich die Umweltverbände in vergleichbaren Fällen frühzeitig im Prozess ausdrücklich und verbindlich zu ihren Belangen und Einschätzungen äußern, um wichtige und sinnvolle Projekte rechts- und planungssicher und mit der bestmöglich Umweltwirkung zu realisieren", so Nolda.

Visualisierungen

Notwendigkeit der Baumaßnahme

Die Fahrbahn und die Gehwege der Heinrich-Heine-Straße befinden sich in einem baulich schlechten Zustand. Die Oberfläche der aus Naturstein-Großpflaster hergestellten Fahrbahn ist mit Asphaltstreifen aus den in der Vergangenheit durchgeführten Leitungssanierungen durchzogen und durch starke Setzungen gekennzeichnet. Aufgrund des unebenen Großpflasterbelages besteht außerdem eine erhebliche Lärmimmission durch Reifen-Fahrbahn-Geräusche. Auch die Gehwegoberflächen und die Bordanlagen sind durch den Wurzelwuchs der angrenzenden Baumstandorte (Linden) überwiegend stark beschädigt. Die Heinrich-Heine-Straße entspricht im o.g. Abschnitt nach der Straßenzustandskarte der Stadt Kassel der Klasse 6 (schlechtester Zustand). Auch die Querschnittsgestaltung mit schmalen Gehwegen und breiten Fahrbahnen entspricht nicht den heutigen Anforderungen einer Anliegerstraße.

Bei dem vorhandenen Schadensbild reicht eine Sanierung der Oberflächen nicht aus. Daher beabsichtigt das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt den Straßenabschnitt im Nachgang zu den Leitungsarbeiten der Städtischen Werke Netz + Service GmbH (Gas- und Wasserleitung sowie Beleuchtung) sowie der Städtischen Werke Energie + Wärme GmbH (Fernwärme) grundhaft zu erneuern.

Technische Gestaltung

Die Heinrich-Heine-Straße zwischen Ludwig-Mond-Straße und Frankfurter Straße hat eine Ausbaulänge von rd. 1.140 m. Im Straßenabschnitt 1 (Ludwig-Mond-Straße bis Adolfstraße) und 3 (Rembrandtstraße bis Frankfurter Straße) beträgt die Ausbaubreite rd. 18,00 m, im Straßenabschnitt 2 (Adolfstraße bis Rembrandtstraße) rd. 15,00 m.

Die geplanten Ausbauprofile richten sich im Wesentlichen nach der Vorgabe, durch bauliche Maßnahmen eine Geschwindigkeitsdämpfung in der Heinrich-Heine-Straße zu erreichen und entsprechen damit einem der Hauptziele aus dem Workshop für Grundstückseigentümer und Anwohner. Zur Geschwindigkeitsdämpfung sind die vorhandenen Fahrbahnbreiten auf das erforderliche Mindestmaß zu reduzieren sowie Fahrbahnversätze durch die wechselseitige Anordnung von Parkbuchten in Längs- und Senkrechtaufstellung herzustellen.

Es ist vorgesehen, einen überwiegenden Teil der Bäume im Zuge der Straßenerneuerung zugunsten eines zeitgemäßen und auf die heutigen Anforderungen abgestimmten Straßenquerschnitts zu fällen. Ein Großteil der zur fällenden Bäumen weist aufgrund der schlechten Standortbedingen massive Schäden auf und wird vom Umwelt und Gartenamt mit einer Reststandzeit von 5 bis maximal 10 Jahren bei intensiver Pflege und Rückschnitt beurteilt. Die Planung sieht ca. zwei Drittel der Bäume zur Fällungen vor. Für die gefällten Bäume wird es jedoch mehr Ersatzpflanzungen geben. Durch die Fällung der Bäume ergibt sich nunmehr die Möglichkeit, das Straßenraumprofil neu aufzuteilen und die geplanten Baumstandorte in Richtung Fahrbahnachse zu verlagern.

Es ist geplant, dass die Fahrbahn eine bituminöse Befestigung erhält. Die Gesamtbreite der asphaltierten Fahrbahn beträgt 5,50 m bzw. 5,25 m im Abschnitt zwischen Adolfstraße und Esmarchstraße. Die Gehwege aus Betonsteinpflaster werden gegenüber dem Bestand fast durchgängig deutlich verbreitert. Bei Gehwegen, die direkt am Fahrbahnrand verlaufen, beträgt die Gehwegbreite mind. 2,50 m.

In der Heinrich-Heine-Straße soll zukünftig in Längsaufstellung entlang des Fahrbahnrandes und in Längs- und Senkrechtaufstellung in Buchten geparkt werden. Die Befestigung der Parkbuchten soll mit dem vorhandenen Naturstein Großpflaster der Fahrbahn erfolgen. Die Parkbuchten erhalten bei Längsaufstellung eine Breite von 2,00 m und bei Senkrechtaufstellung eine Tiefe von 4,50 m. Die Parkbuchten werden bei der Längsaufstellung im Regelfall mit einem Baumstandort je zwei Stellplätze unterteilt.

Zwischen den Gehwegen und den Parkbuchten bzw. der Fahrbahn soll ein Grünstreifen hergestellt und mit einer Rasenansaat begrünt werden. Die Entwässerung der Verkehrsflächen erfolgt mittels zweireihiger Entwässerungsrinnen über Straßenabläufe.

Im Kreuzungsbereich Heinrich-Heine-Straße/Langenbeckstraße/Hellmut-von-Gerlach-Straße soll die Fahrbahn mittels Rampen angehoben, höhengleich zu den Nebenflächen ausgebildet und soweit gestalterisch hergestellt werden, dass die Aufenthaltsqualität gesteigert wird. Die Fahrbahn und die Wendeschleife für PKW, der weiterhin als Sackgasse ausgebildeten Hellmut-von-Gerlach-Straße, sollen aus Asphalt hergestellt werden. Die Fahrbahn ist durch dreireihige Entwässerungsrinnen von den Nebenflächen abzugrenzen. Der im Kreuzungsbereich vorhandene Baumbestand soll durch weitere Baumpflanzungen erweitert werden. Die platzartige Gestaltung des Kreuzungsbereichs sieht Sitzmöglichkeiten um die Bestandsbäume sowie ein Sitzelement unmittelbar im Bereich der Wendeschleife vor.

Zwischen der Frans-Hals-Straße und der Rembrandtstraße ist auf der Nordseite der Heinrich-Heine-Straße die vorhandene Natursteinmauer, welche die Straße zu den tiefer gelegenen Grundstücken abstützt, aufgrund des baulichen Zustandes durch z.B. Winkelelemente aus Stahlbeton auf einer Länge von rd. 61 m zu ersetzen und mit einer Absturzsicherung für Fußgänger auszustatten.

Durch den neu asphaltierten Belag wird die Heinrich-Heine-Straße für die Nutzung durch den Radverkehr verbessert und zur leichteren Querung der Frankfurter-Straße werden Taster zur Anforderung der Fußgängerampel installiert. Die Leitungsarbeiten werden zur Zeit mit den Leitungsträgern koordiniert.

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