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Friedrich-Ebert-Straße – Integration von Radverkehrsanlagen

Die Radfahrstreifen auf der Friedrich-Ebert-Straße sollen von der Annastraße bis zum Karl-Marx-Platz im Stadtteil Vorderer Westen weitergeführt werden. Die Arbeiten erfolgen voraussichtlich im Frühjahr 2022.

Grundlage der Planung ist das beschlossene  Radverkehrskonzept sowie der Stadtverordnetenbeschluss vom 23. September 2019 zu Radverkehr auf Hauptverkehrsstraßen. Anlässlich dringend erforderlicher Gleisbaumaßnahmen der Kasseler Verkehrsgesellschaft AG (KVG) in dem besagten Abschnitt nutzt das Straßenverkehrs- und Tiefbauamt die Gelegenheit, hier fehlende Radverkehrsanlagen zu integrieren. Ziel ist die Fortführung der bereits in 2015 hergestellten Radverkehrsführung in der Friedrich-Ebert-Straße (Ständeplatz bis Annastraße) bis zum Karl-Marx-Platz.

So sieht sie derzeit aus: die Friedrich-Ebert-Straße in Kassel in Richtung Karl-Marx-Platz.
So soll sie aussehen: Die Friedrich-Ebert-Straße soll zwischen Annastraße und Karl-Marx-Platz Radfahrstreifen bekommen.

Notwendigkeit des Projektes - das wird gemacht

1. Erhalt bzw. Modernisierung der Infrastruktur

Im Abschnitt Annastraße bis Gabelsbergstraße sind die Gleisanlagen stark heruntergefahren. Die KVG plant daher in diesem Bereich einen Austausch der Gleisanlagen bis Frühjahr 2022. Einzelne Joche im Kreuzungsbereich Querallee müssen zur Aufrechterhaltung des Trambetriebes bereits vorab erneuert werden.

Um die Radverkehrsführung durchgängig zu verbessern, ist im Zuge der Gleiserneuerung der Umbau der Haltestelle Querallee zu einer Kaphaltestelle entsprechend dem im 1. BA hergestellten Ausbaustandart vorgesehen. Da der motorisierte Individualverkehr (MIV) durch die geplante Markierung der Radfahrstreifen künftig in einer Spur mit der Tram geführt wird, ist für den Begegnungsverkehr im Haltestellenbereich eine Aufweitung der Gleisachse von 2,70 auf 3,30 Meter erforderlich. Hierbei kann an die aufgeweitete Gleisachse des fertiggestellten Abschnittes zwischen dem Ständeplatz und der Annastraße angeschlossen werden. Am Streckenende der Gleiserneuerung soll vorübergehend ein S-Bogen an die vorhandene Gleisachse anschließen. Eine Gleisaufweitung zwischen Gabelsbergstraße und Karl-Marx-Platz ist dann im Zuge der turnusmäßigen Gleiserneuerung zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.  

Die KVG hat die Erneuerung der Gleisanlagen im Abschnitt Annastraße bis Bebelplatz im Bundesförderprogramm angemeldet. Für die o.g. Maßnahme plant die KVG nun die Gleiserneuerung von Annastraße bis Gabelsbergstraße (im Lageplan blau hinterlegt) und die Erneuerung der Fahrleitungsanlage von Annastraße bis Bebelplatz zu beantragen. Auf Basis des von der KVG beauftragten Bodengutachtens ist davon auszugehen, dass die im Gleisbereich vorhandene Packlage für die geplante Achsaufweitung nicht ausreichend dimensioniert ist. Für den Gleisaustausch ist daher eine grundhafte Erneuerung der Gleistrasse in einer Breite von 6,50 Meter erforderlich. Im Überlagerungsbereich der geplanten Gleisaufweitung mit dem zur Unterhaltung erforderlichen Arbeitsraum einer vorhandenen Fernwärmeleitung zwischen den Hausnummern 76 und 92 ist eine Trassierung des nördlichen Gleises in der heutigen Bestandslage erforderlich. 

Im Bereich der geplanten Radfahrstreifen zwischen Annastraße bis Karl-Marx-Platz plant die Stadt Kassel zwischen der Gleistrasse und der vorhandenen Bordanlagen bereichsweise eine zweischichtige Erneuerung der Fahrbahn und die Anpassung der Entwässerungseinrichtungen, wo dies aus instandhaltungstechnischen Gründen erforderlich ist. Für den Umbau der Kaphaltestellen und die geplante Herstellung von aufgeweiteten Radaufstellstreifen (ARAS) in der Querallee ist der grundhafte Ausbau der Kreuzung Querallee erforderlich.

Ergänzend sollen in stadteinwärtiger Richtung der Anschluss an den vorhandenen Radweg am Karl-Marx-Platz optimiert und die vorhandenen Senkrechtstellplätze vor den Gebäuden 115 – 119 in Längsstellplätze umgewandelt werden, um die Verkehrssicherheit für den Radverkehr zu verbessern. Im Bereich der vorhandenen Längsstellplätze ist die Ausweisung von Ladezonen und die Herstellung von offenen und überdachten Radabstellanlagen entsprechend dem AGNH-Leitfaden vorgesehen. 

2. Verkehrsentwicklungsplan (VEP)

Die Maßnahme des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes trägt positiv zu folgenden Maßnahmenfeldern des VEP bei:

  • A2 – Trennung von Fuß- und Radverkehr
  • A4 – Nahmobilitätsfreundliche Knotenpunkte und Lichtsignalanlagen
  • B1 – Erweiterung des Haupt- und Nebenroutennetzes
  • B3 – Ausbau des Radwegenetzes
  • B5 - Fahrradfreundlicher Ausbau von Knoten
  • B6 – Verkehrssicherheit für Radfahrende
  • B7 – Ausbau der Radabstellanlagen 

(vgl.  Verkehrsentwicklungsplan 2030, Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Nr. 101.17.1751).

3. Radverkehrsförderung

Die heutige Radverkehrsführung in der Friedrich-Ebert-Straße endet in Richtung Westen im Bereich der Annastraße/Goethestraße. Mit der Planung erfolgt die kontinuierliche Weiterführung bis zum Karl-Marx-Platz. Gleichzeitig wird der Knotenpunkt Querallee für den Radverkehr so verbessert, dass alle Ein- und Abbiegemöglichkeiten Berücksichtigung finden. Des Weiteren werden im gesamten Streckenabschnitt zusätzliche Radabstellmöglichkeiten geschaffen, überwiegend zu Lasten des Ruhenden Verkehrs. Im Bereich der Haltestellen sind überdachte Abstellanlagen vorgesehen. 

4.  Fußverkehrsförderung

Der Fußverkehr profitiert von dem Angebot für den Radverkehr, der zukünftig geregelt auf den Radfahrstreifen auf Fahrbahnniveau geführt wird. Einer verbotswidrigen Mitnutzung der Gehwege wird dadurch entgegengewirkt (Trennungsprinzip). Der Knotenpunkt Querallee wird entsprechend dem Stand der Technik mit getrennter Führung für sehbehinderte und mobilitätseingeschränkte Personen barrierefrei hergestellt und die Querungslängen werden reduziert. 

5. Klimaschutz

Die vorhandenen (teilweise Beuys-) Bäume sollen grundsätzlich alle erhalten bleiben. Im Streckenverlauf der Friedrich-Ebert-Straße bedeutet dies auch, dass sich die baulichen Anpassungen im Wesentlichen auf den Fahrbahnbereich konzentrieren, die Seitenräume (Ausnahme sind die Haltestelle und der Knotenpunkt Querallee) bleiben weitestgehend unangetastet. Hier würde bei jedem Eingriff in die Bordanlagen bzw. Baumscheiben das Risiko von Schädigungen des Wurzelbereiches und der Statik des Baumes bestehen. In den beiden Zufahrtsbereichen aus der Querallee zur Friedrich-Ebert-Straße muss zur Integration von Radverkehrsanlagen der Seitenraum geringfügig angepasst werden. Die vorhandenen Bäume bleiben erhalten, sodass sich die Bordsteinführung an den zur Verfügung stehenden Flächen orientieren muss. Im Bereich der Hausnummer 121 ist die Pflanzung eines Baumes vorgesehen. 

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