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MuBiGen (Municipal Bioenergy Generation)

Gras, Laub und anderes Straßenbegleitgrün aus der Kasseler Innenstadt kann noch nicht als erneuerbarer Energieträger gewinnbringend eingesetzt werden: Störstoffe wie Verschmutzungen oder Autoabgase würden die Heizkessel beschädigen. Ein Projekt der Uni will sich deshalb damit auseinandersetzen.

Im Umwelt- und Gartenamt, aber auch bei vielen Kasseler Sportvereinen, Wohnungsbaugesellschaften, Betrieben usw. fallen bei der Grünpflege große Mengen an so genannter nicht-holziger Biomasse unterschiedlicher Art an. Darunter fallen z.B. Gras, Laub oder krautiges Straßenbegleitgrün. Diese Grünpflege-Biomasse wird bisher zumeist liegengelassen oder kostenpflichtig entsorgt, obwohl sie theoretisch auch als erneuerbarer Energieträger gewinnbringend eingesetzt werden könnte.

Bislang ist aber wegen fehlender Techniken keine energetische Verwertung möglich: Verbrennt man die getrocknete Grünpflege-Biomasse direkt in einem Heizkessel, können schwere Kesselschäden durch schmelzende Asche oder durch Salzsäure entstehen, denn im Gegensatz zu Holz befinden sich in nicht-holziger Biomasse Störstoffe, die diese Schäden bewirken können.

Die Universität Kassel hat einen neuen Ansatz entwickelt, wie diese Störstoffe aus der Biomasse herausgelöst werden können, damit man sie anschließend ohne Probleme als Brennstoff einsetzen kann: das IFBB-Verfahren (Integrierte Festbrennstoff- und Biogas-Bereitstellung).

Allerdings ist das IFBB-Verfahren bislang nur für Gras- und Krautschnitt von Brachflächen und extensiv genutzten Wiesen aus dem ländlichen Raum erfolgreich getestet worden. Für städtische Biomasse mit ihren zusätzlichen Belastungen z.B. durch Autoabgase oder Verschmutzungen gibt es bislang noch keine profunden Erkenntnisse, ob das Verfahren auch hier funktioniert und ob es wirtschaftlich ist.

Erste Vorstudien aus den Jahren 2013 und 2014 verliefen vielversprechend. Die Laborergebnisse zeigten, dass die städtischen Belastungen noch innerhalb der zulässigen Grenzwerte für das IFBB-Verfahren lagen. Auch die Auswertung möglicher Erträge der städtischen Grünflächen ergab, dass eine wirtschaftliche Nutzung durchaus realistisch einzuschätzen ist.

Daher plante die Universität Kassel mit der Stadt Kassel als Projektpartner die Initiierung des Projekts MuBiGen (Municipal Bioenergy Generation), um in einer großangelegten Detailstudie offene Fragen zu klären und den Weg für eine Prototypanlage in Kassel zu bereiten.

Finanziert werden sollte das Projekt über den internationalen Forschungsverbund climate-KIC. Bedingt durch Umstrukturierungen dieses Forschungsverbundes im Frühjahr 2015 konnte eine Finanzierung nicht mehr realisiert werden. Gegenwärtig wird die weitere Projektentwicklung überprüft und nach neuen Umsetzungswegen gesucht.

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