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Stadtwappen

Die Entstehung des Kasseler Stadtwappens und die Bedeutung der durch einen Schrägbalken getrennten Kleeblätter ist bis heute ungeklärt.

Was bedeutet das Kasseler Stadtwappen?

Obwohl sich Historiker und Archivare bereits im vergangenen Jahrhundert und auch noch in der Gegenwart darum bemühten herauszufinden, wie das mittelalterliche Stadtwappen entstanden ist und was die durch einen Schrägbalken getrennten Kleeblätter darstellen, bleibt jede Erklärung bis heute umstritten. In glänzendem Silber und strahlendem Tiefblau, umrahmt von prunkvollen Girlanden, wie man es zu Anfang dieses Jahrhunderts dem Barock nachempfunden darstellt, schwebt das Stadtwappen beispielsweise über dem Hauptportal unseres Rathauses.

Die einen meinen, der silberne Balken versinnbildliche die Fulda und die sechs im oberen und sieben im unteren Teil enthaltenen dreiblättrigen Kleeblätter die Zahl der Ratsherren diesseits und jenseits der Fulda. Andere wiederum glauben, mit den Kleeblättern seien die Hufen (=30 Acker Land) an beiden Flussufern gemeint. Diese Deutungen gehen schon deswegen fehl, weil in der Heraldik, also der Wappenkunde, Flüsse stets als Wellenband dargestellt wurden und werden, nie jedoch als ein Schrägbalken, wie er im Kasseler Stadtwappen zu sehen ist.

Völlig falsch ist die in früheren Geschichtsbüchern enthaltene Deutung bei den Kleeblättern handele es sich um die Zahl der eingemeindeten Vororte, denn es steht fest, dass das Wappen lange vor diesen Eingemeindungen entstanden ist.

Wappen mit 13 Kleeblättern auf der blau-weißen Fahne

Fest steht, dass das Stadtwappen im 15. Jahrhundert am alten Rathaus am Altmarkt angebracht wurde und wenig später - in Farbe - die Titelseite des Kasselers Bürgerbuchs zierte, in dem jeder Einwohner mit Bürgerrechten vermerkt wurde. Überreste dieses Folianten, einige angeschmorte Pergamentseiten, bewahrt das Stadtarchiv.

Über Jahrhunderte hinweg ist die Gestalt des Stadtwappens (silberner Balken, silberne Kleeblätter auf blauem Grund) im wesentlichen unverändert geblieben. Allerdings entbrannte Ende des 19. Jahrhunderts ein Streit über die Frage, ob 13 oder 14 Kleeblätter zum Wappen gehören. Lange Zeit bestand keine Einigkeit hierüber, schließlich konnte sich der Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde im Jahre 1882 mit seinem Plädoyer für die "13" durchsetzen.

Was liegt eigentlich näher, als das spätmittelalterliche Stadtwappen mit den mittelalterlichen Ritterwappen in Verbindung zu bringen? Dann dürfte der Schrägbalken ursprünglich nichts weiter gewesen sein als die Darstellung eines Bandes, das zur Verstärkung des Holzschildes und zur Befestigung einer Leder- bzw. Stoffbespannung diente. Die Kleeblätter sind vermutlich entstanden als schmuckvolle Ausgestaltung von Nagelköpfen, die den gleichen Zweck hatten wie das eiserne Band. Die Zahl der Kleeblätter wäre demnach gleichgültig, da sie aus der zufällig angebrachten Zahl der Nägel zu erklären wäre.


Verwendung unterliegt Regeln

Da das Stadtwappen ein Hoheitszeichen ist, kann es übrigens nicht einfach für geschäftliche oder private Zwecke verwendet werden. Hat jemand so etwas vor, dann will zunächst unser Hauptamt befragt sein.

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