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Altmarkt - Die Freiheit

Der Freiheiter Durchbruch, kurz "Die Freiheit", ist bis heute noch ein bekannter Straßenname in der Kasseler Altstadt. Verbunden ist er mit einem großen Projekt zur Stadtmodernisierung Mitte der 30-er Jahre. Sie verläuft ausgehend vom Altmarkt vorbei am Marstallgebäude bis hin zur Martinskirche.

Die Altstadt - Geschichte

Landgraf Friedrich II. veranlasste im 18. Jahrhundert die gesamte Stadt angleichen zu lassen. Er ließ fast sämtliche Fachwerkhäuser, speziell in der Altstadt, verputzen. So glichen nun die neu verputzten Fachwerkhäuser der Altstadt denen der verputzten Steinhäusern der Oberstadt. Dadurch entstand ein einheitliches Stadtbild.

Die Kasseler Altstadt bestand zur Jahrhundertwende aus drei Stadtteilen: der „Unterneustadt“ jenseits der Fulda, der „Altstadt“, die nur bis zum Graben ging und der „Freiheit“, welche 1330 vom damaligen Landgraf Heinrich II gegründet wurde und bis zur unteren Königsstraße reichte. Im Laufe der Zeit veränderten sich diese Stadtteile ständig.

Modernisierung der Altstadt - der Freiheiter Durchbruch

1928 sollte Kassel modernisiert werden, indem man Straßen verbreiterte und Häuser vom Putz befreite. Hinterhöfe und Seitenflügel sollten nach und nach verschwinden, da die Altstadt zu sehr verdichtet war. Eines der wichtigsten Bauprojekte war der Freiheiter Durchbruch. Man wollte so einen neuen Zugang zur Kassler Innenstadt, zum Martinsplatz und zum Hauptbahnhof schaffen. Unter der Bauleitung von Gauleiter Weinrich zogen sich die Arbeiten vom 21. Oktober 1933 bis zum Mai 1936 hin.

Vor Baubeginn

Das Bild zeigt die Wildemannsgasse mit Blick zum Altmarkt kurz vor Vollendung des Freiheiter Durchbruchs. Die Schienen liegen schon. Das Haus der GWG auf der linken Seite hat den Bombenkrieg überstanden, da es als Betonskelettbau mit Ziegelsteinen ausgemauert war. Man sieht den Eingang Freiheiter Durchbruch Nr. 12 zum Glasermeister Hundertmark.


Bauphase

Das Bild zeigt die Wildemannsgasse mit Blick zum Altmarkt kurz vor Vollendung des Freiheiter Durchbruchs. Die Schienen liegen schon. Das Haus der GWG auf der linken Seite hat den Bombenkrieg überstanden, da es als Betonskelettbau mit Ziegelsteinen ausgemauert war. Man sieht den Eingang Freiheiter Durchbruch Nr 12, zum Glasermeister Hundertmark.


"Opfer" des Durchbruchs

Dieses Bild zeigt die rechte Seite vom Martinsplatz Nr. 4. Drei Häuser auf der linken Seite sind dem Freiheiter Durchbruch zum Opfer gefallen. Rechts oben sieht man das alte Kolpinghaus. Links im Bild sieht man das Haus der Schirmfabrik Fischer. Der Freiheiter Durchbruch verlief zwischen den beiden Häusern und war der einzige Zugang vom Martinsplatz zum Altmarkt.


Fertigstellung

Hier die Fertigstellung des Freiheiter Durchbruchs. Dies Bild ist kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 entstanden. Auf der linken Seite das Sattlersche Haus, ein Fachwerkbau aus dem Mittelalter. Und das Linkersche Haus, ein restauriertes Doppelhaus mit zwei Eingängen. Außerdem kann man den Eingang zur Marktgasse sehen, welches der alte Zugang zum Martinsplatz war. Rechts ist die Hirsch Apotheke, ein alter Fachwerkbau auf einem Steinsockel von 1642. In der Mitte sind der Süd- und Nordturm der Martinskirche zu erkennen.
 


Auf der rechten Seite befand sich die Metzgerei Iffert. Links im Hintergrund sieht man den alten Marstall. Das Eckhaus zum Graben, 1935 als Massivhaus gebaut, überstand den Krieg als Ruine. Links im Vordergrund ist wieder das Haus Linker zu sehen. Auf der rechten Seite stand das Grünersche Haus, welches unten ein großes Schuhgeschäft beherbergte. In der Marktgasse konnte man in eine Konditorei gehen und kam wieder hier am Freiheiter Durchbruch raus. An der Ecke oben war die alte Polsterei Beloff.


Auf diesem Foto ist der ehemalige Eingang zum Freiheiter Durchbruch zu sehen. Die Straße ist heute als Sackgasse für den Verkehr gesperrt.

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