Vorbildlich
Kassel reiht sich mit dem Stadttaubenkonzept in die wachsende Zahl deutscher Städte ein, die auf eine tierschutzgerechte Lösung setzen. Kernelemente sind:
Betreute Taubenschläge
- Artgemäßes Futter und sauberes Trinkwasser
- Geburtenkontrolle durch Eiertausch
- Tiermedizinische Betreuung
- Geringe Kotbelastung der umliegenden Umgebung
Eiertausch
- Nachhaltige und tierfreundliche Geburtenkontrolle
- Kleinere, stabile Bestände statt Überpopulation
- Schutz für Tier und Stadt zugleich
Für Alle in Kassel
- Sauberere Straßen, Plätze und Denkmäler
- Weniger Belästigung an belebten Plätzen
- Geringere Reinigungskosten
- Aufklärungsarbeit: Verständnis statt Vorurteile
- Tierwohl und Gemeinwohl im Einklang
Stadt verfolgt klares Ziel
Den Stadttaubenbestand tierschutzgerecht zu regulieren, Tierleid zu verringern und gleichzeitig die Lebensqualität und Sauberkeit im urbanen Raum zu verbessern.
Dazu setzt die Stadt auf betreute Taubenschläge nach dem Augsburger Modell. In diesen Schlägen werden Stadttauben gezielt an feste Standorte gebunden, artgerecht gefüttert und bei Bedarf medizinisch versorgt. Ein zentraler Baustein ist die tierschutzgerechte Geburtenkontrolle, indem Eier gegen Attrappen ausgetauscht werden. So wird die Population nachhaltig und tierfreundlich stabilisiert.
Die erwarteten Vorteile: weniger Konflikte, sauberere Plätze und Gebäude sowie ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier.
Wissenswertes über Stadttauben
Stadttauben sind keine Wildtiere, sondern verwildert lebende Haustiere. Sie stammen ursprünglich von der Felsentaube ab, die vom Menschen domestiziert und über Jahrhunderte gezüchtet wurde. Aus dieser Haustaube ist die heutige Stadttaube hervorgegangen.
Durch die Nutzung als Brieftauben, Hochzeitstauben sowie als Liebhaber- oder Nutztiere sind viele Tauben entflogen, ausgesetzt worden oder haben sich verirrt. In Städten fanden sie Nahrung und geeignete Brutplätze, sodass sich dort stabile Schwärme bildeten.
Als ehemalige Haustiere sind Stadttauben auf menschliche Unterstützung angewiesen, um unter städtischen Bedingungen gesund und artgerecht leben zu können.
Dennis R. unter einem YoutubevideoIch mag Tauben so gerne, ihr Gefieder glitzert in Regenbogenfarben, wenn man genau hinschaut und sie haben leuchtend orangene Augen. Ich gehe Tauben auch auf der Straße immer aus dem Weg, um sie nicht zu sehr zu stressen.
Warum Stadttauben Hilfe brauchen
Stadttauben suchen Brutplätze, die ihrem ursprünglichen Lebensraum ähneln: Die Felsentaube brütet in Nischen und Vorsprüngen steiler Felswände. Stadttauben finden dafür in der Stadt einen „Felsenersatz“ – zum Beispiel Gebäudenischen, Dachböden, Balkone oder Simse. Anders als Wildtauben wie Ringel- oder Türkentauben brüten sie nicht in Bäumen, sondern an solchen Strukturen. Deshalb sind sie untrennbar mit dem Stadtbild verbunden.
Gleichzeitig finden Stadttauben in Städten kaum geeignetes Futter. Statt Körnern und Samen fressen sie häufig Abfälle. Das macht sie anfällig für Krankheiten und führt zu Verdauungsproblemen wie dem sogenannten „Hungerkot“, der dünnflüssiger ist und stärker an Gebäuden und Denkmälern haftet. Hinzu kommt ein durch Zucht verstärkter Bruttrieb: Stadttauben brüten mehrfach im Jahr, trotz Nahrungsmangel oder schlechten Lebensbedingungen. Dadurch bleibt die Population stabil oder wächst sogar an.
Warum wir Verantwortung tragen
Eine Umsiedlung der Stadttauben ist nicht möglich: Sie können weder in Wälder noch aufs Land verbracht werden. Dort würden sie verhungern, da sie durch jahrhundertelange Abhängigkeit vom Menschen die Fähigkeit verloren haben, sich selbstständig in der Natur zu ernähren. Zudem kehren sie dank ihres ausgeprägten Orientierungssinns und der Standorttreue an ihre Brutorte zurück.
Da der Mensch sie domestiziert, genutzt und letztlich sich selbst überlassen hat, trägt er die Verantwortung für einen artgerechten Umgang mit ihnen. Darum benötigt es dieses Konzept, das Tierwohl, Stadtsauberkeit und ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier miteinander verbindet.
Infovideo zum Augsburger Stadttaubenkonzept
FAQs zu den Stadttauben und zum Konzept
Stimmt es, dass Tauben Krankheiten übertragen?
Was passiert in einem betreuten Taubenschlag?
Warum werden die Eier gegen Attrappen getauscht?
Sterben die Tauben durch den Eiertausch nicht irgendwann aus?
Darf ich Stadttauben füttern?
Wie kann ich andere Menschen über das Stadttaubenkonzept informieren?
Was soll ich tun, wenn ich ein Taubennest auf meinem Balkon finde?
Was sind die Aufgaben der Stadttaubenbeauftragten?
Wie kann ich beim Projekt mithelfen? Ehrenamtliche Mithilfe
Keine Zeit zum Mitmachen? Auch Spenden sind möglich
Kontakt
Stadt Kassel
Stadttaubenbeauftragte
Anschrift
Frau Victoria Kunze
Stegerwaldstraße 26 a
34123 Kassel
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- 0561 787-3614
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