Was ist der Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Schmetterling, dessen Raupen bevorzugt Eichen besiedeln. Die Tiere treten insbesondere in den Monaten Mai bis Juli auf und bilden charakteristische Gespinste an Stämmen und stärkeren Ästen. Ihren Namen verdanken sie ihrer typischen Fortbewegung in langen „Prozessionen“, bei denen die Raupen hintereinander wandern.
Wie erkenne ich den Eichenprozessionsspinner?
- Die Raupen sind ausschließlich auf Eichen zu finden.
- Die Raupen sind etwas drei bis vier Zentimeter lang und haben einen schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken.
- Die Raupen treten in Gruppen auf
- Tagsüber sind die Raupen inaktiv und haben sich eingesponnen.
- Die Raupen bewegen sich in der Dämmerung und Nacht aufgereiht - wie in einer Prozession - zum Fressen in die Baumkronen.
Welche Gesundheitsrisiken bestehen?
Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes Region Kassel besteht ein gesundheitliches Risiko vor allem dann, wenn Sie mit den feinen Brennhaaren der Raupen in Kontakt kommen. Diese können Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötungen oder Schwellungen auslösen. In seltenen Fällen sind auch stärkere Beschwerden wie Reizungen der Schleimhäute, Husten, Atembeschwerden, Fieber, Übelkeit oder Erbrechen möglich.
Bitte beachten Sie
Entscheidend ist daher nicht allein das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners, sondern die Möglichkeit eines Kontakts mit den Brennhaaren. Auch Wild- und Haustiere reagieren empfindlich auf die Gifthaare. Wenn diese im Fell hängen bleibe, können sie bei Kontakt an den Menschen weitergegeben werden.
Wie kann ich mich schützen?
- Meiden Sie die gekennzeichneten Bereiche, besonders bei trockenem und windigen Wetter.
- Berühren Sie niemals Raupen, Gespinnste oder Nester.
- Versuchen Sie nie, ein Nest selbst zu entfernen. Überlassen Sie die Bekäpfung fachkundigem Personal.
- Beachten Sie die Windverhältnisse, da die Brennhaare vom Wind mitgetragen werden.
- Verzichten Sie auf Holz- und Pflegemaßnahmen an Bäumen, solange noch Nester erkennbar sind. Auch unter befallenen Bäumen können die am Boden liegende Gifthaare noch zu gesundheitlichen Problemen führen.
Was muss ich tun, wenn ich doch mit den Gifthaaren in Berührung gekommen bin?
Nach einem Kontakt mit den Brennhaaren können ganz unterschiedliche Symptome auftreten:
- Bei Atemnot oder schweren allergischen Reaktionen mit Asthma und Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn Sie Hautausschlag oder Augenreizungen haben, gehen Sie zum Arzt.
- Bei starkem Juckreiz können Antihistaminika helfen.
- Vermeiden Sie Kratzen an den befallenen Stellen. Durch Kratzen treiben Sie die Gifthaare tiefer in die Haut.
- Kaltes Wasser lindert den Juckreiz.
- Befallene Kleidung schnell wechseln und bei mindestens 60 °C waschen.
- Befallene Kleidung, Schuhe, Kinderwagen nicht in die Wohnung tragen.
- Duschen und Haare gründlich waschen.
Wie geht die Stadt Kassel mit dem Befall um?
Die Stadt Kassel überwacht das Auftreten des Eichenprozessionsspinners an städtischen Bäumen kontinuierlich und dokumentiert bekannte Befallsorte. Sobald Nester oder Gespinste an städtischen Bäumen festgestellt werden, erfolgt deren Beseitigung in der Regel zeitnah durch spezialisierte Fachfirmen.
Trotz regelmäßiger Kontrollen kann nicht ausgeschlossen werden, dass vereinzelt bislang unbekannte Nester auftreten oder bereits bekannte Nester noch nicht entfernt sind. Bis zur Beseitigung werden betroffene Bereiche mit Flatterband abgesperrt. Durch die kontinuierliche Überwachung der städtischen Eichenbestände sowie die umgehende Entfernung dokumentierter Nester trägt die Stadt Kassel dazu bei, Risiken für die Bevölkerung zu minimieren und die sichere Nutzung öffentlicher Grün- und Erholungsflächen zu gewährleisten.
Wie werden die Nester beseitigt?
Es gibt verschiedene Methoden, um die Nester des Eichenprozessionsspinners zu beseitigen:
Absaugen
Die Nester werden unter Anwendung geeigneter Arbeitsschutzmaßnahmen abgesaugt und fachgerecht entsorgt. Durch dieses Verfahren werden sowohl die Raupen als auch die gesundheitsgefährdenden Brennhaare entfernt und eine weitere Verbreitung wirksam reduziert.
Biologische Bekämpfung
Bei dieser Methode werden sogenannte Nematoden (Fadenwürmer, konkret der Wirkorganismus Steinernema feltiae) eingesetzt. Diese winzigen Fadenwürmer sind für Mensch und Tiere ungefährlich. Sie befallen gezielt die Raupen und gelten als natürliche Feinde des Eichenprozessionsspinners.
Was kann ich tun, wenn Eichen auf meinem eigenen Grundstück befallen sind?
- Entfernen Sie auf keinen Fall die Nester eigenständig und fassen Sie Raupen und Gespinste nicht an.
- Halten Sie Abstand zu den befallenen Bereichen.
- Bitte achten Sie darauf, dass sich Kinder und Haustiere von den betroffenen Eichen fernhalten.
- Setzen Sie sich mit einer Fachfirma für Baumpflege in Verbindung und veranlassen Sie eine zeitnahe Beratung und ggf. Entfernung.
- Melden Sie den Befall von privaten Bäumen dem Ordnungsamt der Stadt Kassel unter der E-Mail-Adresse: hsog.ordnungsamtkasselde
Wo kann ich eine Sichtung des Eichenprozessionsspinners melden?
Die Verantwortung für die Beseitigung möglicher Gefahren liegt grundsätzlich bei den jeweiligen Eigentümerinnen und Eigentümern, auf deren Grund der befallene Baum steht. Deshalb gibt es je nach Standort, unterschiedliche Meldestellen:
- Befall an städtischen oder öffentlichen Bäumen
Stadt Kassel
Telefon: Behördennummer 115; E-Mail: baumunterhaltungkasselde - Befall von Bäumen im Bergpark oder in der Karlsaue
Hessen Kassel Heritage
E-Mail: infoheritage-kasselde - Befallene Bäume auf den Kasseler Friedhöfen
Friedhofsverwaltung Hauptfriedhof: Telefon: 0561 9839527
Alle anderen Friedhöfe: Telefon 0561 9839526
E-Mail: infofriedhofsverwaltung-kasselde - Baumbefall auf dem eigenen Grundstück
Stadt Kassel / Ordnungsamt
hsog.ordnungsamtkasselde