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Auslandspraktikum in Rovaniemi

In einem interessanten Erfahrungsbericht schildert Philipp Hansmann seine Eindrücke, die er während eines Auslandspraktikums in der Stadt Rovaniemi in Finnland gewonnen hat. Das Auslandspraktikum fand in der Zeit vom 17. August bis 15. September 2018 statt.

Ein Erfahrungsbericht von Philipp Hansmann

Im Rahmen unseres dualen Studiums bei der Stadt Kassel haben wir die Möglichkeit bekommen, einen Monat an einem Praktikum in einem anderen Land teilzunehmen. Glücklicherweise kam ich genau dorthin, wo ich gehofft hatte: nach Finnland. Ich hatte mich schon länger auf diese Möglichkeit gefreut, die nordische Natur kennenzulernen.

Ich kam am Samstagabend in meinem neuen Zuhause an und habe direkt die Schlüssel für ein Fahrrad bekommen. Das Fahrrad stand die nächsten vier Wochen zu meiner freien Verfügung bereit. Dadurch konnte ich morgens schnell an die Arbeit und danach gut die Stadt erkunden. Einkäufe oder andere Wege ließen sich wegen der Lage des Hotels bequem erledigen. Einkaufsmärkte und das Zentrum Rovaniemis lagen nur wenige Minuten entfernt.

Aber wie war eigentlich diese Stadt Rovaniemi, die ich für die nächsten Wochen mein Zuhause nennen sollte? Der meistbekannteste Fakt ist, dass Rovaniemi der offizielle Wohnort des Weihnachtsmannes ist. Sein Dorf liegt auf dem Polarkreis etwas außerhalb der Stadt und beinhaltet eine Rentierfarm, sowie Souvenirshops und sein Postbüro. Briefe aus aller Welt werden das ganze Jahr an den Weihnachtsmann geschickt und landen dann dort.

Rovaniemi ist aber viel mehr als die Stadt des Weihnachtsmannes oder die Hauptstadt Lapplands. Sie ist das Zuhause von ca. 60.000 Menschen und somit eine Großstadt in Finnland. Interessanterweise ist Rovaniemi die flächenmäßig größte Stadt Europas. Viel dieser Fläche ist mit Wäldern und Seen durchzogen, sodass man sehr viel Natur erkunden kann.

Mit der finnischen Natur hatte ich auch während der Arbeit bei der Aufsichtsbehörde Tukes zu tun. Zu den Aufgaben meines Betreuers Jaakko gehörte es nämlich, Wanderwege zu inspizieren. Als er mir erzählt hat, dass wir oft in die Natur fahren würden, um Wanderwege zu inspizieren, konnte ich die Arbeit kaum abwarten. In der Praxis muss man bei diesem Beruf allerdings auf vieles achten. In Finnland gibt es wenige Regulierungen in diesem Bereich, weshalb Jaakko nicht in einem Gesetz nachlesen konnte, was erlaubt war und was nicht. Allgemein kann man sagen, dass die Sicherheit der Besucher an oberster Stelle steht. Dies zu gewährleisten war in den folgenden Wochen auch meine Aufgabe. Häufig sind wir über hundert Kilometer zu unseren Inspektionen gefahren, bei welchen man aber oft mit wunderschöner Natur belohnt wurde.

Nach zwei Wochen wechselte ich meinen Arbeitsplatz in das Gesundheitsamt der Stadt Rovaniemi. Dort wurde ich ebenso herzlich von meinen Kollegen und Kolleginnen wie bei Tukes aufgenommen. Die Arbeit bestand hier zum großen Teil aus der Inspektion von Schulküchen. Hier mussten viele Hygiene-Regularien eingehalten und überprüft werden. Besonders interessant war es, dass ich so auch die Gelegenheit bekam, die zentrale Küche Rovaniemis zu inspizieren. Hochprofessionell wurden hier jeden
Tag mehrere hundert Kilo an Lebensmitteln zubereitet. Bei dieser Arbeit habe ich zusätzlich einen Einblick in das finnische Schulleben gewinnen können. Ich fand hier besonders spannend, wie sehr der Unterricht an den Schulen mit Technik verwoben war. Jedes Kind bekam beispielsweise einen eigenen Laptop von der Schule bereitgestellt. Eine richtige Tafel, wie man sie hierzulande kennt, wird dort kaum noch benutzt.

Ich hoffe, ich konnte einen kleinen Einblick in diesen eindrucksreichen Monat gewähren. Während dieser Zeit habe ich meine Englischkenntnisse gut wiederauffrischen können und bin um viele Erfahrungen reicher geworden. Es hat anfangs etwas Mut gebraucht, um in einem fremden Land auf die Menschen zuzugehen, aber bei einem so netten Völkchen wie den Finnen war dies kaum ein Problem. Eigenschaften wie Selbständigkeit, Organisation und Selbstvertrauen wurden in dieser Zeit beansprucht und weiterentwickelt. Während dieser Zeit habe ich viele Dinge gelernt und schöne Erfahrungen gemacht, welche mich auch außerhalb des Berufslebens noch lange begleiten werden.

Pihlipp Hansmann

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