Mit der Tram ins Grüne
Die Hessenschanze liegt im Westen von Kassel im Stadtteil Kirchditmold und hat eine Größe von ca. 6,6 Hektar. Es ist ein ganz besonders schöner Ort, in dem die überraschende Erfahrung gemacht werden kann, ganz schnell und unmittelbar von der städtischen Bebauung in die ruhige und erholsame Natur einzutauchen.
Am intensivsten ist dieser Eindruck, wenn zur Anreise die Straßenbahn genutzt wird, denn die Tramlinie 8 wendet direkt am Rand der Hessenschanze: Nach dem Aussteigen steht man schon im Grünen, Vögel zwitschern, Blätter rauschen, Bäume und Büsche wuchern und es riecht intensiv nach Wald. Schon nach wenigen Metern Fußweg werden alle Lebensgeister angesprochen.
In der Wendeschleife wachsen seit einiger Zeit elf Apfelbäume, die auf Initiative des Bürger- und Heimatvereins Kirchditmold e.V. gepflanzt. Sie sind eine gute Ergänzung der ohnehin schon vielfältigen Vegetation der Hessenschanze, denn Obstbäume sind ein ideales Biotop für etliche Tierarten und ein Hotspot der Biodiversität.
Woher kommt die Bezeichung ‚Saurasen‘?
Die Hessenschanze ist im Prinzip eine große, nach Osten geöffnete Lichtung im Wald, die früher als Wiese bzw. als Weide für das Vieh genutzt wurde. Deshalb wird der westliche Teil auch noch als „Saurasen“ bezeichnet. Mit dem Wegfall der intensiveren Nutzung säten sich wieder Bäume und Sträucher auf der Fläche aus und vermehrten sich im Laufe der Jahrzehnte reichlich.
Insbesondere die Ausläufer treibende und hartnäckige Schlehe muss regelmäßig im Zaum gehalten werden, sonst würde dieses stark wachsende einheimische Gehölz mit der Zeit die ganze Fläche überwuchern. Dies wäre sehr schade, denn die besondere naturschutzfachliche Qualität der Hessenschanze liegt u.a. in ihrem Magerrasen, der Standort von vielen lichthungrigen und trockenheitsresistenten Kräutern ist und damit auch Lebensraum von Insekten.
Aber nicht nur Tiere und Pflanzen fühlen sich auf der Hessenschanze wohl: Nur etwa zehn Minuten zu Fuß von der Endhaltestelle der Tramlinie 8 entfernt, gibt es den Naturspielplatz Hessenschanze mit seinen Holzspielgeräten und einer guten Aufenthaltsqualität für Kinder und Erwachsene. Hier können die Kinder tief in die heimische Natur eintauchen und einmalige Naturerfahrungen sammeln.
Lage und Erreichbarkeit: einmalig und attraktiv
Es gibt Pfade, blühende Wiesen, Gebüsche zum Verstecken, den Wald mit großen Bäumen und Ästen zum Bau von Tippis. Auch für umweltpädagogische Exkursionen ist der Spielplatzbesuch geeignet, denn durch den umgebenden Laubmischwald sind mit Birke, Buche, Feldahorn, Bergahorn, Spitzahorn, Hainbuche, Weide, Vogelkirsche, Eiche, Esche, Linde und Ulme fast alle einheimischen Baumarten und viele Sträucher zu finden.
„Wer ganz viel Glück hat, kann sogar eine Blindschleiche beobachten“, verrät Volker Lange vom Umwelt- und Gartenamt, denn diese beinlose und harmlose Echsenart ist auf der sonnigen Hessenschanze noch zu finden.
Die Hessenschanze ist durch ihre einmalige Lage und gute Erreichbarkeit so attraktiv, dass eigentlich immer etwas los ist, sogar im Winter. Dann werden die Hänge gerne zum Schlitten fahren genutzt, ganze Kindergartengruppen tummeln sich dann hier. Aber selbst dann reichen ein paar Schritte in den benachbarten Wald, um wieder allein zu sein und Ruhe und Erholung zu finden.