Planungswerkstatt Wahlebachpark

Bis 2026 soll in Forstfeld und Waldau im Rahmen des Städtebauförderungsprogramms Sozialer Zusammenhalt eine Vielzahl an Projekten zur Verbesserung des (Zusammen-)Lebens und Wohnens in den Stadtteilen realisiert werden.

Dazu gehört auch die Erneuerung des Spielplatzes Waldemar-Petersen-Straße sowie die Neuanlage eines Spielplatzes auf der Fläche des ehemaligen Heizwerkes gegenüber der Kita Waldau II. Die Flächen sollen sich zu einem Spiel- und Erlebnisort für Kinder, aber auch zu einem Begegnungs- und Aufenthaltsort für Erwachsene entwickeln. Ziel des Gesamtprojektes ist die Entwicklung des „Wahlebachparks“, der ab Herbst 2021 der Stadtteilöffentlichkeit zur Verfügung steht. 

Da die Flächen bereits in unterschiedlicher Weise zur Lebenswelt der Bewohner*innen der Stadtteile Waldau und Forstfeld zählen und die gemeinsame Quartiersentwicklung mit den Menschen vor Ort ein wesentlicher Baustein des Programms Sozialer Zusammenhalt ist, wurde ein mehrstufiger Beteiligungsprozess vorgesehen. Als Grundlage für die Planung sind im Rahmen der Ideenfindungsphase in verschiedenen Formaten sowohl Kinder und Jugendliche als auch Erwachsene und insbesondere ältere Menschen beteiligt worden. Aus den Wünschen und Bedürfnissen der Bürger*innen und Akteur*innen vor Ort sowie den Rahmenbedingungen durch die beteiligten Ämter, erstellte das Büro Hanf Gartenplaner und Landschaftsarchitekten drei Entwurfsvarianten für die Neu- bzw. Umgestaltung der Flächen zum Wahlebachpark. 

Am 26. September 2019 hatten die Stadt Kassel und das Stadtteilmanagement Forstfeld und Waldau in Zusammenarbeit mit dem Büro Hanf Gartenplaner und Landschaftsarchitekten interessierte Bürgerinnen und Bürger aus den Stadtteilen Waldau und Forstfeld in den zukünftigen Wahlebachpark eingeladen. Im Rahmen der Veranstaltung wurden verschiedene Entwürfe gezeigt, die aus den ersten Ideen der Kinder, Jugendlichen und Bürgerinnen und Bürger erstellt wurden. 

Dabei wurden den Anwesenden zwei Themenvarianten („Trendsport“ und „Hoch hinaus“) vorgestellt. Die Variante Trendsport sieht Geräte und Anlagen für sportliche Aktivitäten wie einen Skateplatz, einen Pumptrack oder einen Calisthenics-Parcours vor. Die Variante Hoch Hinaus konzentriert sich auf Spiel- und vor allem Klettergeräte, wie einen Rutschenturm, eine Kletterpyramide oder eine Riesenschaukel. Beide Entwürfe beinhalten außerdem Elemente der naturnahen Gestaltung, in Form von Blühwiesen am Rand des Parks und Obstbaumpflanzungen, Sitzgelegenheiten sowie ausreichend Mülleimer. 

Die dritte Entwurfsvariante beschäftigt sich mit dem Gelände des ehemaligen Heizwerkes an der Waldemar-Petersen-Straße. Dieser Standort soll zu einem Spielplatz für jüngere Kinder entwickelt werden, der auf kurzem Weg auch für die gegenüberliegende Kita nutzbar sein soll. Hier wurde eine Auswahl an großen und kleinen Spielgeräte zusammengestellt, zum Beispiel Hüpfplatten, eine Wippe, eine Schaukel oder eine Spielhütte mit Sandkasten, aber auch eine Hügellandschaft mit Tunnel, ein Kletterwald, ein Baumhaus oder ein Kletterturm.

Bereits fest geplante Elemente im neuen Wahlebachpark sind die zentrale Wegführung sowie die Verteilung mehrerer Aufenthaltsbereiche mit Sitzmöglichkeiten im gesamten Parkbereich. Die bestehende Seilbahn und die Fußballtore sollen erhalten bleiben. Nach einer Begutachtung durch das Umwelt- und Gartenamt müssen im Vorfeld der Projektumsetzung aus Gründen der Sicherheit mehrere kranke bzw. abgängige Bäume gefällt werden.

Während der Veranstaltung konnten sich Bürgerinnen und Bürger die drei Entwurfsvarianten an Stellwänden erläutern lassen und anschließend durch jeweils zwei Klebepunkte pro Variante für die unterschiedlichen Elemente stimmen. Es wurde erläutert, welche Planungselemente (Sitzmöglichkeiten usw.) bereits einen festgelegten Rahmen bilden und welche Elemente zu den jeweils thematischen Schwerpunkten zur Wahl stehen. Zusätzlich konnten weitere Anregungen, Kritik und Ideen in Kommentarkästchen vermerkt werden. 

Zur Diskussion über die Varianten für die Parkgestaltung wurden gezielt Schulklassen der Offenen Schule Waldau und den Grundschulen aus beiden Stadtteilen eingeladen. Die Veranstaltung ist breit in beiden Stadtteilen beworben worden, sodass auch Bewohnerinnen und Bewohner aus Forstfeld und Waldau teilnahmen.

Der Spielplatz für die jüngeren Kinder wurde gesondert vorgestellt. Hierbei gab es Unterstützung vom Spielmobil „Rote Rübe“, um eine adäquate Kinderbeteiligung zu ermöglichen. Die vorgeschlagenen Elemente für den Spielplatz sollten vor allem von jüngeren Kindern als späteren Nutzer*innen bewertet werden. Hier wurde den Kindern die Geschichte vom „kleinen Fridolin“ erzählt, der ein Abenteuer auf dem neuen Spielplatz erlebt und dabei alle zur Auswahl stehenden Spielgeräte durchläuft und die verschiedenen Funktionen veranschaulicht. Anschließend haben die Kinder mit Klebepunkten gekennzeichnet, welche Spielgeräte ihnen am besten gefallen. Zu dieser Station wurden als spätere Nutzer*innen gezielt die Gruppen der Kita Waldau II an der Waldemar-Petersen-Straße sowie des Kinderhauses und der Grundschule Waldau sowie der Grundschule Am Lindenberg eingeladen. 

Insgesamt beteiligten sich etwa 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene an der Abstimmung über die Gestaltung des Wahlebachparks. 

Die obige Auswertung der Bewertung zeigt die favorisierten Elemente bzw. Entwürfe der Bürgerinnen und Bürger. In der Variante „Trendsport“ erfreuten sich die Calisthenics-Geräte großer Beliebtheit, auch der Pumptrack wird von vielen gewünscht. Eine geringere Rolle spielt der Skateplatz. Laut Aussagen einiger Beteiligter ist in Kassel bereits ein großes Angebot zum Thema Skaten vorhanden, man wolle in Waldau und Forstfeld „mal etwas Anderes“. 

Variantenübergreifend wird einer naturnahen Gestaltung eine hohe Bedeutung beigemessen. Besonders die erwachsenen Beteiligten sprachen sich für Blühwiesen im Park mit vielen (überdachten) Sitz-und Verweilmöglichkeiten aus.

Zu den jeweiligen Varianten konnten eigenständig Ergänzungen formuliert werden. Dabei gab es von Seiten der Beteiligten Anregungen, die die Aufenthaltsqualität im Raum verbessern sollen, aber auch konkrete Wünsche nach zusätzlichen baulichen Elementen. 

In der Variante „Spielplatz“ auf dem Gelände des Heizwerkes waren bei den Kindern (und teils Eltern) besonders die größeren Spielgeräte beliebt. Mit Abstand am meisten Punkte erhielt das Baumhaus, gefolgt von Kletterwald und Kletterturm.