Umnutzung Hochbunker Agathof

Kulturfabrik Salzmann e.V. und Klang‐Keller e.V. sind die zukünftigen Nutzer des Kulturbunkers. Durch die Umnutzung des Hochbunkers soll ein kleines Kulturzentrum entstehen, das den Stadtteil Bettenhausen bereichern wird.

Ziele und Nutzungskonzept

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Stadtteilzentrum Agathof e.V. und dem Spielplatz Großalmeröder Straße liegt der Hochbunker Agathof, welcher bis Herbst 2020 als Lagerfläche und Bandprobenraum genutzt wurde. Dieses soll sich nun ändern. Geplant ist, die kulturelle Nutzung des Hochbunkers zu festigen und zu verstetigen sowie die zukünftigen Räumlichkeiten für weitere Nutzergruppen aus dem Stadtteil zu öffnen.

Durch die Umnutzung des Hochbunkers Agathof soll die traditionsreiche kulturelle Vergangenheit der letzten Jahrzehntee belebt und gestärkt werden. Im Bunker werden die Vereine Kulturfabrik Salzmann e.V. und Klangkeller e.V. ihre neue Heimat finden und hier einen Ort für Jugend- und Kulturarbeit, Konzerte, Theater und Lesungen bespielen. Dabei sollen Räume für Veranstaltungen unterschiedlicher Ausrichtung, auch in Verbindung mit dem Stadtteilzentrum, geschaffen werden. Hauptgegenstand des Nutzungskonzeptes ist deshalb ein vielseitig nutzbarer Bühnenraum mit Atrium, der räumlich und inhaltlich für Veranstaltungen im Stadtteil sowie für die Jugendkulturarbeit der Vereine einen wichtigen Mittelpunkt bilden soll. Außerdem gibt es Räume für Kreativworkshops und für ein Ton‐ und Aufnahmestudio. Zusätzlich sind Büro‐ und Projekträume für die Vereinsarbeit eingeplant. Mit beiden Nutzern wurden in einem moderierten Prozess die Grundrisse und das Raumnutzungskonzept final abgestimmt.

Die beiden Nutzer sollen sich weitestgehend autark um die Nutzung und Auslastung des Raumangebotes kümmern. Sie sind derzeit an anderen, suboptimalen Standorten im Stadtgebiet ansässig und mussten in den vergangenen Jahren mehrfach den Standort wechseln, da ihnen keine langfristige Nutzungsperspektive gegeben wurde. Im Hochbunker Agathof können sie nun dauerhaft und in einem größeren Raumprogramm ihr pädagogisches und kulturelles Kreativangebot erweitern und tragen somit zur sozialen Stabilisierung im Stadtteil bei. Ziel ist, allen Nutzergruppen des Stadtteils und des Kasseler Ostens musikalische, kulturelle und stadtteilbezogene Kreativangebote anzubieten.

Baumaßnahme

Für die Umnutzung werden Löcher in die dicken Wände gesägt, Decken herausgebrochen und ein neues Dach aufgesetzt.

Im Kontext der Hochbaumaßnahme rückt auch der Garten zwischen dem Hochbunker und dem benachbarten Stadtteilzentrum in den Fokus. Diese Freifläche wird umgestaltet, weil hier zum einen der neue Eingang in den Bunker angelegt wird, zum anderen für den Schutz der Nachbarschaft und die Schaffung einer intimen Hofatmosphäre ein Pavillon zwischen beiden Gebäuden errichtet wird. Die prägende Linde soll auch in Zukunft den Innenhof beschatten.

Schließlich soll zum Abschluss der benachbarte in die Jahre gekommene Spielplatz Großalmeröder Straße ein Begegnungsort für Jung und Alt werden. Dieser wird deshalb zu einem Mehrgenerationenpark umgebaut. Es entstehen ein Spielbereich, ein großer Sitzbereich, eine Boulebahn, eine Graffitiwand und dazwischen weiterhin viel Grün mit Obst- und Beerengehölzen zum Naschen.

Geplanter Baubeginn ist August 2021, der Fertigstellungstermin ist für Sommer 2023 vorgesehen. Mit der Planung und Baubegleitung sind CrepD Architekten aus Kassel beauftragt.

Hintergrund

Der Hochbunker an der Agathofstraße entstand im Zweiten Weltkrieg. In seiner Anmutung glich er vor allem aus der Luft bewusst einem landwirtschaftlichen Gehöft und bot hunderten Menschen Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der Bunker zunächst ungenutzt. Erst nachdem in den 90er Jahren die Zivilschutzbindung für den Bunker entfiel, fanden erste kulturelle Nutzungen statt.

Förderung

Das Projekt wird gefördert aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ sowie aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE.