Aktuell besuchen rund 1.100 Schülerinnen und Schüler das Wilhelmsgymnasium. Mit dem Neubau schafft die Stadt perspektivisch Raum für eine wachsende Schulgemeinschaft mit bis zu 1.440 Schülerinnen und Schülern. Im nördlichen Bereich des Schulgeländes entsteht ein dreigeschossiger Erweiterungsneubau für rund 30 Klassen der Jahrgänge 5 bis 9.
Der Neubau fügt sich in den bestehenden Schulcampus ein und gliedert nach Fertigstellung gemeinsam mit den Bestandsgebäuden den Schulhof neu. Das Gebäude besteht aus zwei zueinander versetzt angeordneten Baukörpern. Innenhöfe sorgen für Tageslicht, Frischluft und Orientierung. Der auf dem Gelände vorhandene Baumbestand kann größtenteils erhalten bleiben. Die Fassade wird mit Holzlamellen gestaltet und verleiht dem Gebäude ein ruhiges, modernes Erscheinungsbild. Gleichzeitig macht sie den nachhaltigen Anspruch des Projekts sichtbar.
Der Erweiterungsneubau wird in Holz-Hybrid-Bauweise realisiert. Die tragenden Bauteile bestehen überwiegend aus Holz, während einzelne Bauteile wie Teile der Decken und die Treppenhäuser aus Brandschutzgründen in Beton ausgeführt werden. Viele Bauteile werden vorgefertigt, was die Bauzeit verkürzt und Baustellenlärm sowie Beeinträchtigungen reduziert. Davon profitieren sowohl der laufende Schulbetrieb als auch die umliegende Nachbarschaft.
Das Erdgeschoss ist als offener, kommunikativer Bereich konzipiert. Es umfasst ein Foyer, ein Forum, Teambereiche sowie Verwaltungsflächen. Das Forum bildet das Herzstück des Gebäudes und steht als Veranstaltungsfläche für bis zu 200 Personen zur Verfügung. Es kann sowohl schulisch als auch außerschulisch genutzt werden. Ergänzt wird es durch eine Lernmittel-Bibliothek als zentralen Lernort.
Das pädagogische Raumkonzept ist in Clustern organisiert. Diese bestehen jeweils aus sechs Klassenräumen mit einem offenen Lernbereich sowie ergänzenden Team- und Differenzierungszonen. Klare Sichtbeziehungen, transparente Strukturen und flexibel nutzbare Multifunktionswände unterstützen unterschiedliche Lernformen und zeitgemäße Unterrichtskonzepte.
Nachhaltigkeit spielt bei dem Projekt eine zentrale Rolle. Verwendet werden langlebige, kreislauffähige Materialien. Begrünte Dächer und Innenhöfe tragen zu einem angenehmen Umfeld bei. Photovoltaikanlagen erzeugen Strom. Energieeffiziente Technik, moderne Deckenstrahl-Heizflächen sowie eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgen für behagliche Räume und eine zuverlässige Frischluftversorgung.
Auch die Außenanlagen werden neugestaltet. Geplant sind Bewegungs- und Aufenthaltsbereiche für Schülerinnen und Schüler sowie kurze, gut nutzbare Wege zwischen Altbau, Neubau, Mensa und Sporthalle.
Die Gesamtinvestitionskosten für den Erweiterungsneubau belaufen sich nach aktueller Kostenschätzung auf rund 37 Mio. Euro. Zwei Fachausschüsse haben dem Projekt auf Grundlage der geprüften Kostenschätzung zugestimmt. Die weitere Planung kann damit zielgerichtet fortgeführt werden. Als nächster Schritt ist der Beschluss der Finanzierung vorgesehen.
Die Fertigstellung des Erweiterungsneubaus ist für Herbst 2029 geplant. Der Entwurf stammt von Gerber Architekten GmbH, die im Verhandlungsverfahren mit planerischen Konzeptentwürfen den Zuschlag erhielt.
Die Projektentwicklung und ‐realisierung übernimmt GWG Projekte im Auftrag der Stadt Kassel Immobilien GmbH & Co. KG. Die GWG Projekte ist eine Tochtergesellschaft der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWG.