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Bilanz der städtischen Kultureinrichtungen kann sich sehen lassen

Naturkundemuseum Kassel; © Stadt Kassel

Kassel hat nicht nur ein umfangreiches kulturelles Angebot, die Menschen der Stadt und der Region, die Studierenden der Universität Kassel und viele Gäste nehmen es auch gerne und zahlreich wahr.
 
Das Stadtmuseum und das Naturkundemuseum, beides Häuser der Stadt Kassel, konnten auch im Jahr 2018 mit ihren Dauerausstellungen und Sonderschauen wieder gute bis ausgezeichnete Besucherzahlen aufweisen. 

Die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv, die als Orte der kulturellen Bildung ihre Angebote ständig erweitern und den digitalen Zeiten anpassen, haben eine erfolgreiche Bilanz aufzuweisen. Wie auch die Museen haben sie zunehmend als „außerschulische Lernorte“ an Bedeutung gewonnen.

Für Kulturdezernentin Susanne Völker ist das ein Anlass, eine positive Bilanz für 2018 zu ziehen und zugleich den Focus auf die kommende Zeit zu richten. „Der Blick auf die großartige Resonanz der städtischen Kultureinrichtungen im Jahr 2018 ist ebenso Anlass zur Freude, wie die engagierte und ausgezeichnete inhaltliche Arbeit, die alle Häuser miteinander verbindet. Dafür gilt allen Beteiligten, haupt- und ehrenamtlichen, herzlicher Dank. Mit der in 2018 erarbeiteten und verabschiedeten Kulturkonzeption haben wir darüber hinaus eine langfristige Strategie für Kassel entwickelt, die der Bedeutung und dem Potential der institutionellen Kultur, ebenso wie der Freien Szenen gerecht wird. Dabei nehmen die städtischen Einrichtungen nicht zuletzt in den Themenbereichen Kulturelle Bildung und Teilhabe eine wichtige Rolle wahr.“
 

Stadtmuseum Kassel; © Eugen Eslage

Das Stadtmuseum führt Menschen in die Kasseler Geschichte

In das Stadtmuseum kamen 19.816 Besucherinnen und Besucher. Es fanden 339 Führungen und Workshops sowie 153 sonstige Veranstaltungen wie beispielsweise Vorträge, Gespräche und Erzähltreffen statt. Besondere Anziehungspunkt im Stadtmuseum waren und sind dabei die Sonderausstellungen "Hingucker. Kasseler Persönlichkeiten und ihr Wirken" vom 22. November 2017 bis 9. September 2018 sowie die große Ausstellung gemeinsam mit dem Hessischen Landesmuseum Kassel " 1918. Zwischen Niederlage und Neubeginn", die am 9. November 2018 startete und noch bis zum bis 28. April 2019 laufen wird.

Verbindungen zu den Bürgerinnen und Bürgern stellt das Museum unter dem Motto "Geschichte betrifft das Leben aller Menschen und wirkt bis in die Gegenwart hinein" mit verschiedenen Formaten her. Zum Beispiel finden regelmäßig Treffen mit älteren Menschen statt, um deren Leben in Kassel und ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse als Teil der Geschichte zu thematisieren. Auch werden Seminare des Fachbereichs Geschichtsdidaktik der Universität Kassel im Stadtmuseum durchgeführt, um den außerschulischen Lernort "Museum" mit den Studierenden weiterzuentwickeln.

Der Kontakt zu neu zugezogenen Menschen wird in Form von mit verschiedenen Angeboten gesucht, um ihnen in einfacher Sprache ihre neue Heimat näherzubringen.
In einer Kooperation des Stadtmuseums mit den ViKoNauten e.V. unter dem Motto "Stadt.Museum.Bunker" gibt es Angebote zu Projekttagen und Führungen. Dabei wird die Geschichte des Nationalsozialismus in Kassel und des Zweiten Weltkriegs an verschiedenen Orten der Kasseler Innenstadt, in entsprechenden Abteilungen des Stadtmuseums und in mehreren noch vorhandenen Bunkeranlagen in Kassel eindrucksvoll dargestellt und verdeutlicht. Anlässlich des 75. Jahrestages der Zerstörung Kassel fanden im Rahmen dieser Kooperation unter Beteiligung des Stadtarchivs eine Reihe von Veranstaltungen in Luftschutzkellern, Bunkern, den Räumlichkeiten des Stadtarchivs und des Stadtmuseums statt.

Naturkundemuseum; © Muhamad Ahmad

Das Naturkundemuseum macht schlau und bringt Spaß

Wenn das Naturkundemuseum mit einer neuen Sonderausstellung aufwartet, dann sind viele regelmäßige Gäste und Kenner des Hauses, vor allem auch Kinder und Jugendliche, schon gespannt auf die interessanten Objekte und Installationen, mit denen museales Lernen und Erfahren Spaß bringt. Das Team um Museumsleiter Dr. Kai Füldner entwickelt die Ausstellungen nicht nur teilweise oder vollständig mit Ideenreichtum und sorgfältig recherchierten wissenschaftlichen Konzepten selbst, sondern steckt auch viel handwerkliche Arbeitskraft in die Ausstellungsarchitektur.

Das wurde im Jahr 2018 mit 70.132 Besucherinnen und Besuchern und überregionaler Aufmerksamkeit zum Beispiel für die Sonderausstellungen „Saurier“, „Ausgesummt. Das Insektensterben und die Folgen“ vom 15. Juni bis 14. Oktober sowie für die seit dem 24. November noch bis 5. Mai dieses Jahres laufende Schau „Leben im Dunkeln“ belohnt.

Bei insgesamt 496 Führungen und Workshops wurden die Museumsinhalte für Gruppen vom Kindergartenalter bis zum Seniorenclub anschaulich und kurzweilig vermittelt. Dazu kamen über hundert sonstige Veranstaltungen von Vorträgen über Exkursionen bis hin zu den beliebten Ferienspielen.

Auch die populären Kindergeburtstagsfeiern waren, wie jedes Jahr stark nachgefragt. Insgesamt feierten 227 kleine Geburtstagskinder aus der Region mit ihrem Freundeskreis im Naturkundemuseum. Die Zahl der pädagogisch begleiteten Veranstaltungen liegt somit, wie seit vielen Jahren, zwischen 800 und 900.
 

Stadtbibliothek Kassel; © Stadt Kassel

Die neuen Zentralbibliothek im Victoria-Haus bildet und vernetzt

Die neue Zentrale der Stadtbibliothek, die am 24. März 2018 mit einem Bürgerfest am neuen Standort Victoria-Hochhaus feierlich eröffnet wurde, ist nun ein Lernort und Informationszentrum, mit Raum fürs Arbeiten sowohl alleine wie auch für Gruppen. Über 1.000 Menschen besuchten zum Auftakt die neuen Räume.

Bis zum 31. Dezember 2018 konnte die Stadtbibliothek dann 182 054 Besucherinnen und Besucher und 492.075 Ausleihen, davon 89 468 online, aufweisen. Geöffnet war das Haus an 1.062 Tagen in insgesamt 6.493,50 Stunden.

Die guten Nutzerzahlen sind auch ein Beleg für das attraktive Angebot der Stadtbibliothek, das ohne den Einsatz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich wäre. Am neuen Standort ist die Einrichtung nun ein Ziel für Menschen, die andere zum Austausch treffen wollen – einer der wenigen kostenlosen Aufenthaltsorte ohne Konsumzwang, - ein "Öffentliches Wohnzimmer". Der Publikumsbereich enthält auf rund 2.100 laufenden Regalmetern 67.000 Bücher unterschiedlichster Sparten und für jeden Geschmack, aktuelle Bestseller, Hörbücher in vielen Variationen, Medien für Kinder, Spielfilme, Musik-CDs, Songbooks, Comics, Mangas und Graphic Novels und Sachmedien aller Art.

Die Stadtbibliothek verfügt im Publikumsbereich über drei Internet-Arbeitsplätze. In der gesamten Bibliothek ist eine kostenfreie W-LAN-Nutzung möglich. Das Lesecafé mit Kaffeebar und tagesaktuellen Zeitungen und Zeitschriften bietet eine hohe Aufenthaltsqualität.

Nicht zuletzt ist von Bedeutung, dass die Stadtbibliothek in zentraler Lage in der Innenstadt barrierefrei zu erreichen ist, ebenso wie die Räume der Einrichtung mit einem entsprechenden Aufzug barrierefrei gestaltet sind. 

Kooperation mit dem Stadtarchiv Kassel

Seit Ende Mai 2018 können Nutzerinnen und Nutzer der Stadtbibliothek nun über den WebOPAC der Stadtbibliothek die bereits erfassten Bibliotheksbestände des Stadtarchivs nutzen. Im Stadtarchiv sind bereits über 4.500 Publikationen EDV-mäßig erschlossen, die nach und nach in den Online-Katalog der Stadtbibliothek eingepflegt werden.

Dank dieser Zusammenarbeit ist unter anderem die umfangreiche Literatur zur hessischen Landesgeschichte des Archivs eine gute Ergänzung der Bestände der Stadtbibliothek. Im Fokus steht dabei auch, dass junge Menschen zunehmend erwarten, dass Recherchen digital möglich sind.

Mit der Erweiterung des Online-Katalogs um Bestände des Stadtarchivs können nun zum Beispiel landeskundlich Interessierte noch tiefer in die Materie eindringen und Spezialquellen erschließen. Denn die Bibliothek des Stadtarchivs sammelt als Spezialbibliothek stadt- und landesgeschichtliche Literatur, darunter viele Werke, die nicht im Buchhandel erscheinen und ursprünglich nur einem begrenzten Personenkreis zugedacht waren.

Zusammenarbeit im Rahmen des NORDHESSENBIB

Mit dem Verbundkatalog NORDHESSENBIB hat sich ferner das Medienangebot für die Kundinnen und Kunden im Regierungsbezirk Kassel erweitert. Im November 2018 ist er an den Start gegangen.

In diesem Rahmen präsentieren acht Bibliotheken aus dem Regierungsbezirk Kassel ihren Medienbestand in einem gemeinsamen Internetkatalog. Mit dem Portal wird die Recherche in den Beständen und die Kontaktaufnahme mit den beteiligten Einrichtungen noch einfacher. Die komfortable Recherche im gemeinsamen Katalog der teilnehmenden Bibliotheken zeigt schnell und übersichtlich, wo welches Medium vorhanden ist und wo es entliehen werden kann.

Zu den Gründungseinrichtungen gehören folgende Bibliotheken: Stadtbücherei Baunatal, Stadtbibliothek Eschwege, Stadtbibliothek Kassel, Gemeinde- und Schulbücherei Kaufungen, Stadtbücherei Korbach, Gemeinde- und Schulbücherei Lohfelden, Gemeindebücherei Niestetal und Mediothek Gudensberg.

Die Stiftung Brückner-Kühner arbeitet im Rahmen des Kasseler Komik-Kolloquium sehr intensiv mit der Stadtbibliothek Kassel zusammen. Im Jahr 2018 konnten bei sieben Veranstaltungen 1.059 Besucher gezählt werden.

Dass regelmäßig alle zwei bis drei Jahre stattfindende Festival ist einzigartig im europäischen Raum. Es verbindet ein Fest der Komischen Literatur mit einer öffentlichen Fachtagung zur aktuellen Humorforschung. Das Literaturfest lädt an verschiedenen Orten der Stadt zu Lesungen, Performances, Gesprächen und Ausstellungen ein und versteht sich als Suche danach, was Komik alles bedeuten kann: nicht nur Lachkultur, sondern auch Verrücktes, Subversives, Gewagtes und Innovatives.

Das Stadtarchiv Kassel transportiert historische Quellen in das digitale Zeitalter

Das Stadtarchiv konnte insbesondere in der zweiten Jahreshälfte einen Anstieg der Benutzungen und der Besucher verzeichnen, der deutlich über dem Schnitt der vorherigen Jahre liegt. Insgesamt kamen 1916 Personen in das Stadtarchiv, um Materialien im Lesesaal zu nutzen, als Besucher an Führungen teilzunehmen oder sich Urkunden ausstellen zu lassen.

Dank einer technischen Eigenentwicklung des Stadtarchivs können jetzt komplexe Vorlagen wie Negative, Dias und Karten diverser Formate digitalisiert werden. Dadurch besteht auch die Möglichkeit, weitere interessante und historisch relevante Fotobestände zu übernehmen, wie zum Beispiel „links und rechts der Fulda“ aus dem Jahr 1968 der Foto AG der Valentin-Traudt-Schule, oder Fotografien zum Luftschutz 1941-1943 von Ludwig Kessler, Leiter der Abteilung Schutzraumeinrichtung.

Eingeführt wurde ein System zur Archivierung digital entstandener Daten und intensiviert der fachliche Austausch über das sehr aktuelle Thema mit anderen hessischen Archiven.

Eine breite Basis hat inzwischen das monatliches Gewinnspiel des Stadtarchivs mit einer sehr regen Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Dabei wird jeden Monat ein Foto aus den Beständen des Stadtarchivs vorgestellt und nach dem darauf abgebildeten Ort oder einem besonderen Ereignis gefragt.

Im vergangen Jahr hat sich das Stadtarchiv zudem als „Außerschulischer Lernort“ aufstellen können. Dabei wurde die Zusammenarbeit mit Kasseler Schulen intensiviert. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler verschiedenster Altersgruppen besuchten das Stadtarchiv, um an Führungen teilzunehmen und im Archiv mit Quellen zur Stadtgeschichte zu arbeiten.

Beim Begabtentag „100 Jahre Ende 1. Weltkrieg“ – einer Kooperation zwischen sechs Gütesiegelschulen der Stadt und des Landkreises Kassel, dem Stadtarchiv und dem Stadtmuseum konnten Schülerinnen und Schülern in beiden Institutionen das zielgerichtete Recherchieren, Lesen und Auswerten historischer Quellen anhand von Fragestellungen zum Thema erlernen sowie das Stadtarchiv und das Stadtmuseum als außerschulische Lernorte entdecken.

Für die Fachbereiche ASL (Architektur-Stadtplanung– Landschaftsplanung) der und Gesellschaftswissenschaften der Universität Kassel wurden im Rahmen von Seminaren gezielte Einführungsveranstaltungen in die Recherchemöglichkeiten im Stadtarchiv angeboten.

Auch an Veröffentlichungen und Ausstellungen war das Stadtarchiv beteiligt. Der Mitarbeiter des Stadtarchiv Stephan Franke gab die Publikation „Leben im alten Kassel“ heraus. Quellen des Stadtarchivs wurden in dem großen gemeinsamen Ausstellungsprojekt des Stadtmuseums und der Museumslandschaft Hessen Kassel „1918“ verwendet.

Ferner stellte das Stadtarchiv Quellen für die Publikationen „Diese Tränen trocknen nie“, herausgegeben von Seidenfaden/Soremski sowie „In die Zukunft gedacht“ vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ausgestellt im Bundessozialgericht. Hinzu kamen Bebilderungen diverser regionaler und überregionaler Publikationen.
 

Veröffentlicht am:   18. 01. 2019  


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