Ausstellung: Rechter Terror in Hessen

Die Auseinandersetzung mit rechter Gewalt in Hessen steht im Mittelpunkt einer eindrucksvollen Wanderausstellung, die im Rathaus Kassel zu sehen ist.

Wann und wo ist die Ausstellung zu sehen?

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 27. März, um 14 Uhr in der Seitenhalle des Rathauses. Die Präsentation ist zu den Öffnungszeiten des Kasseler Rathauses im Bereich vor den Sitzungssälen im 2. Stock des Hauptgebäudes bis zum 29. Mai 2026 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung führt uns eindringlich vor Augen, dass rechter Terror kein fernes oder vergangenes Phänomen ist, sondern auch Teil unserer eigenen Geschichte und Gegenwart. Erinnerung, Aufklärung und demokratisches Engagement sind daher unverzichtbar.

Oberbürgermeister Sven Schoeller
In der Nähe der Haltestelle „Halitplatz“ in der Holländischen Straße, befand sich das Internetcafé von Halit Yozgat, der am 6. April 2006 dort am helllichten Tag vom „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) erschossen wurde.

Warum ist das Thema so relevant?

Die Ausstellung macht deutlich: Rechter Terror zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte Hessens. Die Jahre 2019 und 2020 markieren mit dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke und dem rechtsextremen Anschlag von Hanau einen traurigen Höhepunkt. Insgesamt haben seit Gründung des hessischen Bundeslandes mindestens 20 Menschen durch rechte Gewalt ihr Leben verloren, darunter auch der Kasseler Bürger Halit Yozgat, dessen Todestag sich am 6. April 2026 zum 20. Mal jährt.

„Zum Fall Halit Yozgat gibt es noch viele offene Fragen. Die meisten Opfer rechter Gewalt in Hessen sind jedoch noch nicht einmal ins kollektive Bewusstsein gedrungen. Mindestens sieben Menschen, die aus rechten Motiven getötet wurden, sind zudem von offizieller Seite bisher nicht als Opfer politisch motivierter Taten anerkannt. Die Ausstellung zielt daher auch darauf ab, diese Opfer dem Vergessen zu entreißen“, so Sascha Schmidt.

An der Kreuzung in der Fraunhofer Straße wurde der Minicar-Fahrer B. Efe am 21. Juni 2020 nahezu tödlich verwundet.

Was zeigt die Ausstellung konkret?

Grundlage sind die Recherchen der Politikwissenschaftlerinnen und ‐wissenschaftler Sascha Schmidt und Yvonne Weyrauch, die ihre Ergebnisse im Jahr 2023 im Buch „Rechter Terror in Hessen“ veröffentlicht haben. Auf 24 Rollups werden ausgewählte Fälle schwerster rechter Gewalttaten aus allen hessischen Regionen dargestellt. Ausgangspunkt ist jeweils eine Fotografie des Fotografen Mark Mühlhaus, der die Tatorte so dokumentiert hat, wie sie heute erscheinen. Die Bilder machen deutlich: An vielen Orten erinnert heute kaum etwas an die Verbrechen.

Welche Ziele verfolgt die Ausstellung?

Die Ausstellung will aufklären, erinnern und zum Engagement ermutigen. Sie schafft Bewusstsein für die lange Geschichte rechter Gewalt in Hessen, gedenkt der Opfer und eröffnet Räume für die Auseinandersetzung mit demokratischen Werten.

An wen richtet sich das Angebot?

Die Ausstellung richtet sich an die interessierte Öffentlichkeit ebenso wie an Initiativen und Vereine der Zivilgesellschaft, Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren sowie kommunale Einrichtungen und Träger.

Wer steht hinter dem Projekt?

Die Ausstellung ist ein Projekt des DGB‐Bildungswerks Hessen und wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung gefördert.

Das Buch, auf dessen Grundlagen die Ausstellung basiert, ist gegen eine Bereitstellungspauschale bei der  Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (Öffnet in einem neuen Tab) erhältlich. 


Stadt Kassel

Rathaus

Anschrift

Obere Königsstraße 8
34117 Kassel

Angaben zur Erreichbarkeit

  • Barrierefreier Zugang
  • WC
  • Wickeltisch