Kinder bis 6 Jahre fahren künftig gratis mit

Ab 1. Mai haben sie freie Fahrt in Bussen und Bahnen - Kinder bis einschließlich 6 Jahren mit Begleitpersonen im Gebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes NVV.

von l. nach r. Kindergruppe der Kita Nordstern zusammen mit Dr. Susanne Völker als zuständige Dezernentin für Kindertagesbetreuung bei der Stadt Kassel, Oberbürgermeister Christian Geselle, NVV-Geschäftsführer Steffen Müller und Karin Brandl, Stellv. Leiterin Kita Nordstern

Kindergartenkinder haben künftig freie Fahrt im NVV: Mit der Änderung der Tarifbestimmungen zum 1. Mai ermöglicht der NVV die kostenfreie Mitnahme von Kindern bis zu einem Alter von einschließlich 6 Jahren in unbegrenzter Zahl durch Begleitpersonen mit gültigem Ticket. Damit wird es auch für alle Kindergruppen finanziell und organisatorisch einfacher, z.B. bei Kita-Ausflügen mit Zug, Bus und Tram in Nordhessen unterwegs zu sein, denn der Kauf eines U18-Großgruppentickets entfällt. Darüber hinaus wird so sichergestellt, dass alle Kinder im entsprechenden Alter an Ausflügen, Reisen oder Wandertagen teilnehmen können - unabhängig von der finanziellen Situation der jeweiligen Familie, da den Eltern keine Kosten für die ÖPNV-Nutzung durch ihre Kinder entstehen. 

„Die Kleinsten sind unsere Fahrgäste der Zukunft“, sagt NVV-Geschäftsführer Steffen Müller. „Mit dem kostenfreien Zugang soll ihnen nicht nur Begeisterung für die selbstverständliche Nutzung von Bussen und Bahnen in ganz Nordhessen nahegebracht werden, sondern auch gesellschaftlich ein substanzieller Beitrag für mehr Klimaschutz sowie Familienfreundlichkeit im Sinne sozialer Teilhabe geleistet werden.“

Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle begrüßt diesen Schritt: „Ich freue mich, dass der NVV-Aufsichtsrat meinem Vorschlag zugestimmt hat und mit einer Erweiterung der Freifahrt-Regelung für alle Kinder bis zum 7. Geburtstag auch den Vereinen die Möglichkeit zu Fahrten mit ihren Kindergruppen ermöglicht. Diese Ausflüge sind ein wichtiger Teil der pädagogischen Arbeit in den Krippen und Kitas sowie der Kindertagespflege und des Vereinslebens in unserer Stadt. Neues zu entdecken und zugleich an die Nutzung von Straßenbahn und Bus herangeführt zu werden ist gleich in doppelter Hinsicht ein Gewinn: Für die Lebenserfahrung der Kleinsten und für eine künftige Stadtgesellschaft, die sich den Vorzügen eines gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs bewusst ist.“

Dr. Susanne Völker, zuständige Dezernentin für die Kindertagesbetreuung in Kassel, ergänzt: „Gemeinsames Erleben auch außerhalb der eigenen Kita ist für Kinder eine besonders wichtige Erfahrung. So erkunden sie ihre direkte Umwelt und lernen, neugierig und selbstbewusst in ihr aufzuwachsen. Dass alle Kasseler Kinder durch die kostenfreie Fahrt mit dem ÖPNV diese unverzichtbaren Erfahrungen machen können, ist deshalb ein direkter Beitrag für eine nachhaltige und zukunftsgewandte Kita-Arbeit."  

Preiserhöhung bei Tickets abgelehnt

Außerdem hat der NVV-Aufsichtsrat mit den Stimmen des Kasseler Oberbürgermeisters und aller nordhessischen Landräte eine von der Landesregierung geforderte 3,9-prozentige Tariferhöhung abgelehnt. Andreas Siebert, Landrat des Landkreises Kassel und zugleich NVV-Aufsichtsratsvorsitzender, sagt dazu: „Die Fahrt mit Bus und Bahn muss bezahlbar bleiben. Gerade jetzt brauchen wir ein attraktives Angebot, das den Umstieg vom Auto auf die Öffentlichen erleichtert. Eine Tariferhöhung zum jetzigen Zeitpunkt wäre daher das falsche Signal.“ 

Die sechs kommunalen Mitglieder des NVV-Aufsichtsrats sind einhellig der Meinung, dass das Land Hessen seinen Finanzierungsanteil für Bus und Bahn deutlich erhöhen muss. In der Finanzierungsperiode 2017-2022 kommen rund drei Prozent der Finanzmittel für NVV und RMV aus dem hessischen Landeshaushalt. Die restlichen 97 Prozent stemmen der Bund und die Kommunen. “Statt höherer Ticketpreise wollen wir eine ausgewogenere Lastenverteilung zwischen Bund, Land, Kommunen und Fahrgästen erreichen, um die großen Zukunftsaufgaben des ÖPNV mit Blick auf Klimawandel und Verkehrswende langfristig ausreichend zu finanzieren”, so Siebert abschließend.