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Chinesische Bienenbäume blühen in Kassel

Die Bienenbäume aus China blühen in Kassel: Bienen, Hummeln und Co. können sich gerade jetzt im sonst für sie nahrungsarmen Hochsommer an einem reich mit Pollen und Nektar gedeckten Tisch erfreuen.

Seit zehn Jahren pflanzt das Umwelt- und Gartenamt die Bäume aus dem Reich der Mitte konsequent in Kassels Park- und Grünanlagen und an Straßen, denn die Stadt testet aufgrund des Klimawandels immer mehr die Eignung von hier bislang unbekannten Gehölzen für ihre Verwendung im öffentlichen Grün. Wichtig ist dabei vor allem, dass die Bäume Hitze und Trockenheit gut aushalten.

Für Insekten ist der auch Tausendblütenstrauch genannte Baum so interessant, weil er sich durch eine sehr späte und lange Blütezeit auszeichnet. Diese liegt je nach Standort und lokalem Kleinklima zwischen Juni und August und dauert bis zu sechs Wochen. Somit blüht der Baum zu einem Zeitpunkt, wenn die Hauptblütezeit hierzulande vorbei ist, und das ausgerechnet, wenn die Aufzucht der Winterbienen beginnt, die viel Pollen benötigen. Zudem ist der Nektar des Baumes besonders wertvoll: Schon drei kleine Blüten sollen ausreichen, um den Honigmagen einer Biene zu füllen. Imkerinnen und Imker wissen dabei um die hohe Qualität des Nektars und der Pollen.

Zu sehen sind Bienenbäume unter anderem in der Obersten Gasse in der Stadtmitte, am Quelbergweg (Wolfsanger), an der Straße "Zum Hirtenkamp" (Jungfernkopf, alle 2015 gepflanzt) und am Westring (2018). Schon länger stehen die Exemplare im Botanischen Garten (2011) und auf dem Gelände der Hupfeldschule (2009).

Die Bäume sind aber nicht nur für Insekten und Vögel attraktiv, sondern auch für Menschen. Die Fülle der rund 20 cm großen Blütenstände ist überwältigend. Die nach der Blüte im Herbst wachsenden Fruchtstände sind ebenso groß wie die Blütenstände und färben sich im Oktober rot bis purpurrot. Sie kontrastieren mit dem frischgrünen Laub und sorgen im Herbst für ein zweites Farbfeuerwerk des Baumes. Ende Oktober oder Anfang November springen die kleinen purpurroten Kapseln dann auf und geben schwarz-glänzende Samen frei, die wie winzig kleine Perlen wirken und lange am Fruchtstand haften bleiben. Diese werden gerne von Vögeln genascht - ein reichhaltiges Winterfutter, denn die Fruchtstände bleiben oft bis zum Ende des Winters am Baum. Die braunroten, ölhaltigen Früchte enthalten Evodiamin, das in der chinesischen Medizin und als Nahrungsergänzungsmittel genutzt wird.

Durch die eher geringe Größe von zehn bis 15 Meter ist der Bienenbaum ein idealer Hausbaum oder Schattenbaum für einen Sitzplatz. Er findet auch in kleineren Gärten Platz und ist genügsam und anpassungsfähig. Hinsichtlich des Standortes ist der Bienenbaum unproblematisch. Vollsonnige Standorte werden bevorzugt, schattigere Lagen sind aber ebenso möglich. Der sehr robuste, hitze- und trockenresistente sowie winterharte Bienenbaum stellt an den Boden keine besonderen Ansprüche. Nur zu feuchte, staunasse Lagen werden nicht vertragen.

Neue Arten prägen die Stadt

Neue Baumarten bereicherten die Artenvielfalt der Stadt, betont das städtische Umwelt- und Gartenamt. Schon jetzt wüchsen in Kassel so seltene Bäume wie der Chinesische Guttaperchabaum, der Chinesische Surenbaum, der Japanische Rosinenbaum oder der Südliche Zürgelbaum, die sonst nur in Botanischen Gärten zu finden sind. Die seltenen und üppig blühenden Blauglocken-, Lampion- und Schnurbäume prägten an vielen Stellen mehr und mehr das Stadtbild.

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