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Sepulkralmuseum: "deadline"

Stephan Balkenhol ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Die Sonderschau "deadline" ist in seiner Wahlheimat Kassel vom 6. April bis 14. Juli zu sehen.

"Pietà" © (Stephan Balkenhol) VG Bild-Kunst Bonn, 2019

deadline ist Stephan Balkenhols erste thematische Ausstellung, die frühere und neue Arbeiten zum Tod zeigt. Er hat in seinem künstlerischen Schaffen bereits viele Skulpturen, Reliefs und Druckgraphiken geschaffen, in denen er sich in symbolhafter Weise mit der Endlichkeit auseinandersetzt. Im Motiv des Knochenmanns oder in Serien von Schädelreliefs offenbart sich sein persönliches Interesse am auf ewig letzten Rätsel des Menschseins, und wie in all seinen Arbeiten wird auch hier seine einzigartige Behandlung von Holz deutlich. 

Mit den in der Ausstellung versammelten Arbeiten, die von nationalen und internationalen Leihgebern zur Verfügung gestellt werden, bedient sich Stephan Balkenhol der seit Jahrhunderten tradierten Bildformeln der abendländischen Sepulkralkultur – im christlichen Verständnis ein Memento mori, das auf die Vergänglichkeit des irdischen Lebens verweist –, entzieht seinen Figuren jedoch jegliches Pathos. Er verweigert sich expressiver Gestik und Mimik. Der Ausdruck seiner Figuren ist emotionslos, und sie schauen gelassen in ein Nirgendwo. Sie sind präsent, wirken verletzlich und gleichzeitig distanziert und abwesend. 

Stephan Balkenhol (geb. 1957 in Fritzlar, lebt und arbeitet in Kassel, Meisenthal/Lothringen, Karlsruhe und Berlin) ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen deutschen Bildhauer. Seit 1992 ist er Professor für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Seine Arbeiten sind weltweit in zahlreichen Museen, Ausstellungen, Galerien und Sammlungen vertreten.

"Totentanz", 2019 © Stephan Balkenhol, VG Bild-Kunst Bonn, 2019

Katalog und Holzschnitt ergänzen die Ausstellung

Seit dem 15. Jahrhundert spiegelt sich in der ästhetischen Auseinandersetzung mit dem Motiv des Totentanzes die Erkenntnis wider, dass alle Menschen – gleich welchen Alters, sozialen Standes oder Berufs – zu jeder Zeit vom Tod ins Jenseits abberufen werden können.

Stephan Balkenhol lässt eine Frau in den Armen eines mit schwarzem Anzug bekleideten Knochenmannes dynamisch tanzen. Fast möchte man meinen, die beiden sind im Tanz lebendig verbunden, gilt dieser doch seit jeher als Ausdruck der Lebensfreude. Wer führt, wer folgt? Wer glaubt zu führen und folgt doch nur? Wer folgt, ohne zu merken, dass er führt?

Die exklusiv für das Museum für Sepulkralkultur vom Künstler geschaffene Edition „Totentanz“(Holzschnitt 2018) wird zum Preis von 890,- Euro plus ggf. Versandkosten zum Verkauf angeboten wird. Der Holzschnitt ist 50 x 70 cm groß und wurde in einer Auflage von 50 Stück erstellt. 

Außerdem erscheint zur Ausstellung ein Katalog (ca. 25,- Euro). Zudem wird es ein umfangreiches Begleitprogramm geben.

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