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Aufräumen nach dem Hochwasser: Städtische Betriebe helfen beim Aufräumen

Nach dem Hochwasser in Kassel am Dienstag, 21. Mai, haben auch viele Beschäftigte der Stadtverwaltung und der städtischen Betriebe beim Aufräumen geholfen. Und auch Privatpersonen haben tatkräftig mit angepackt, wofür sich die Stadt Kassel jetzt stellvertretend bei einer Einwohnerin bedankt hat.

Bedanken sich bei Marion Nuhn: (von links) Tobias Winter, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr Kassel, Kai Knierim, stellvertretender Stadtbrandinspektor, und Brandschutzdezernent Dirk Stochla.

Großes Aufräumen im Kasseler Osten nach dem Hochwasser am Dienstag, 21. Mai: Nach der Soforthilfe von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk (THW) und Deutschem Roten Kreuz (DRK), um Menschen, Tiere und Gebäude vor den Wassermassen zu retten und zu schützen, rückten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der städtischen Betriebe aus, um mit anzupacken.

„Mein Dank gebührt all denen, die so tatkräftig bei den Aufräumarbeiten im Kasseler Osten helfen. Dazu zählen viele Privatpersonen, die zum Beispiel ihre Verwandten und Nachbarn unterstützt haben, aber natürlich auch die Einsatzkräfte der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der städtischen Betriebe“, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle, der sich von der Hochwasserlage vor Ort selbst ein Bild gemacht hatte.

Stellvertretend für die vielen Helfer erhielt Marion Nuhn aus Waldau einen besonderen Dank. Die Anwohnerin hatte Einsatzkräfte in Waldau während des Hochwasser mit Getränken versorgt. Als Anerkennung für ihre Fürsorge überbrachten Brandschutzdezernent Dirk Stochla, der stellvertretende Stadtbrandinspektor Kai Knierim und Tobias Winter, stellvertretender Leiter der Berufsfeuerwehr Kassel, einen Blumenstrauß und Schokolade.

51 Tonnen Sperrmüll eingesammelt 

In den von den Fluten betroffenen Wohngebieten waren Die Stadtreiniger mit fünf Sperrmüllwagen, einem Greifer und zwei Fahrzeugen für E-Schrott unterwegs. Insgesamt fuhren sie 51 Tonnen Sperrmüll, 70 E-Schrott-Geräte (Kühlschränke, Herde, Waschmaschinen), 60 Farbeimer und 16 Reifen ab. 

20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtreiniger befreiten im Stadtteil Forstfeld Straßen und Gehwege von Schlamm und Unrat. Besonders viel hatte sich auf der Ochshäuser Straße gesammelt, die komplett unter Wasser stand. Es galt insbesondere den Schlamm schnellstens zu entfernen, damit die Verunreinigungen nicht antrocknen.

Unterwegs war das Team mit drei Fahrbahnkehrmaschinen, drei Gehwegkehrmaschinen, einem großen Wasserwagen, einem Frontlader und einem Kleintraktor mit Räumschild. Darüber hinaus übernahmen zehn weitere Stadtreiniger die manuelle Reinigung vor Ort. Die Teams zogen dann weiter zur Reinigung in Bettenhausen.

Unterstützung leisteten ebenfalls die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Müllheizkraftwerk GmbH (MHKW) mit zusätzlichen Öffnungszeiten am darauffolgenden Wochenende.

Ebenfalls im Einsatz waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensmittelüberwachung der Stadt Kassel. Sie überprüften vom Hochwasser betroffene Lebensmittelbetriebe – sowohl in Form von telefonischer Beratung als auch vor Ort in den Betrieben selbst. Und Beschäftigte der Unteren Wasserbehörde, angesiedelt beim Umwelt- und Gartenamt, kümmerten sich vor allem um Verunreinigungen mit Öl, die im Bereich von Lagertanks entstanden sind. Aber auch einen Spielplatz mussten sie sperren: den in der Buttlarstraße im Stadtteil Bettenhausen. Aufgrund eines Hochwasser-Einsatzes ist die Verkehrssicherheit dort nach wie vor nicht mehr gewährleistet.

Keine Schäden davon getragen haben nach derzeitigem Kenntnisstand hingegen die Brückenbauwerke. Untersucht wurde das von den Beschäftigten des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes. Angesiedelt ist dort auch der Bauhof, der direkt nach dem Hochwasser einige Straßen sowie Fuß- und Radwege sperren musste.

Viele Arbeiten im Hintergrund 

Viele Arbeiten im Hintergrund leisteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Städtische Werke Netz + Service GmbH (NSG). Sie kümmerten sich darum, in Mitleidenschaft gezogene Versorgungsleitungen schnell wiederherzustellen. Über einen Notfall-Ticker informierte die NSG auf ihrer Internetseite https://netzplusservice.de/ und auf ihrem Facebook-Kanal über Stromausfälle. So mussten zum Beispiel in Kaufungen mehrere Straßenzüge wegen vollgelaufener Keller vorsorglich vom Netz genommen werden. Die NSG informierte vorab, wann und wo die jeweiligen Straßenzüge betroffen waren. 

Informationen über Ausfälle und Ersatzverkehre für ihre Fahrgäste lieferte auch die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) über die Sozialen Medien. Einschränkungen gab es besonders auf der Lossetalstrecke: Kurz vor Helsa wurde das Gleis unterspült und Verteilerkästen wurden weggespült, in Fürstenhagen standen Weichen und Weichenantriebe komplett unter Wasser. Diese setzten Techniker schnell wieder instand.

Hochwasserschutz wird intensiviert 

Da in Zukunft aufgrund der veränderten Wetterlage vermehrt mit Hochwasserlagen wie dieser zu rechnen ist, plant KASSELWASSER – unabhängig von den Bestrebungen des Wasserverbandes Losse – den Hochwasserschutz weiter ausbauen. Die bisherigen Voruntersuchungen für einen Hochwasserschutz an der Losse in Bettenhausen wurden bereits während einer Informationsveranstaltung im Frühjahr 2018 dem Ortsbeirat und den Losse-Anrainern vorgestellt. So ist der Bau eines vorgesehenen Hochwasserrückhaltebeckens im Kasseler Stadtbereich südlich des Eichwaldes, kurz hinter der Anschlussstelle Ost, nicht möglich. Dort befindet sich ein wichtiges Trinkwassergewinnungsgebiet – und Trinkwassergewinnung geht vor Hochwasserschutz.

Dafür wird im Bereich der Losse ein dauerhafter Schutz in Form von Ufermauern oder Erdwällen errichtet. Bislang konnte man dort nur sporadisch über Barrieren und Sandsäcke gegen das Hochwasser angehen. Derzeit befindet sich dieser Prozess noch im Prüfungsverfahren bei der Oberen Naturschutzbehörde, nach aktuellem Kenntnisstand geht KASSELWASSER davon aus, dass die Arbeiten zur Errichtung des Hochwasserschutzes ab Frühjahr 2020 umgesetzt werden können.

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