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Die Freiheit - der Altmarkt

Hans Germandi wird interviewt; © Medienzentrum

Hans Germandi informiert

Hans Germandi gilt als Kenner der Stadtgeschichte. Er führte ein Interview mit der Schülerin Miriam. Beide stehen vor der Altmarktkreuzung.


Die Altstadt - Geschichte

Landgraf Friedrich II. veranlasste im 18. Jahrhundert die gesamte Stadt angleichen zu lassen. Er ließ fast sämtliche Fachwerkhäuser, speziell in der Altstadt, verputzen. So glichen nun die neu verputzten Fachwerkhäuser der Altstadt denen der verputzten Steinhäusern der Oberstadt. Dadurch entstand ein einheitliches Stadtbild. Die Kasseler Altstadt bestand zur Jahrhundertwende aus drei Stadtteilen: Der „Unterneustadt“ jenseits der Fulda, der „Altstadt“, die nur bis zum Graben ging und der „Freiheit“, welche 1330 vom damaligen Landgraf Heinrich II gegründet wurde und bis zur unteren Königsstraße reichte. Im Laufe der Zeit veränderten sich diese Stadtteile ständig.


Modernisierung der Altstadt - der Freiheiter Durchbruch

1928 sollte die Kassel modernisiert werden, indem man Straßen verbreiterte und Häuser vom Putz befreite. Hinterhöfe und Seitenflügel sollten nach und nach verschwinden, da die Altstadt zu dicht bewohnt war. Eines der wichtigsten Bauprojekte war der Freiheiter Durchbruch. Man wollte so einen neuen Zugang zur Kassler Innenstadt, zum Martinsplatz und zum Hauptbahnhof schaffen. Unter der Bauleitung von Gauleiter Weinrich zogen sich die Arbeiten vom 21. Oktober 1933 bis zum Mai 1936 hin.

Westseite des Altmarkts; © Stadtarchiv

Vor Baubeginn

Dies ist ein Blick auf die Westseite des Altmarktes vor Baubeginn. Links im Bild das Sattlersche Haus, in dem noch heute das Tapetengeschäft Grisel untergebracht ist. Daneben ein Barockbau von Josef Linker aus dem Jahr 1614, der im 2. Weltkrieg total zerstört wurde.

Die zwei Häuser auf der rechten Seite wurden für den Freiheiter Durchbruch abgerissen. Ganz rechts im Bild ist der Eingang zur Marktgasse. In der Mitte steht ein Schutzpolizist auf einer so genannten Käsekiste um den Verkehr zu regeln. Auf der Straße sieht man eine zweigleisige Bahnstrecke. Das lässt den Rückschluss zu, dass das Bild nach 1910 entstand. Vor dieser Zeit war verliefen die Straßenbahnenschienen noch eingleisig und wurden erst mit der Verbreitung der Fuldabrücke erweitert.

Blick aus der Wildemannsgasse zum Altmarkt, Angleichung der Stadt; © Stadtarchiv

Bauphase

Das Bild zeigt die Wildemannsgasse mit Blick zum Altmarkt kurz vor Vollendung des Freiheiter Durchbruchs. Die Schienen liegen schon. Das Haus der GWG auf der linken Seite hat den Bombenkrieg überstanden, da es als Betonskelettbau mit Ziegelsteinen ausgemauert war. Man sieht den Eingang Freiheiter Durchbruch Nr 12, zum Glasermeister Hundertmark.

Martinsplatz, das Fischersche Haus, um 1937; © Stadtarchiv

"Opfer" des Durchbruchs

Dieses Bild zeigt die rechte Seite vom Martinsplatz Nr. 4. Drei Häuser auf der linken Seite sind dem Freiheiter Durchbruch zum Opfer gefallen. Rechts oben sieht man das alte Kolpinghaus. Links im Bild sieht man das Haus der Schirmfabrik Fischer. Der Freiheiter Durchbruch verlief zwischen den beiden Häusern und war der einzige Zugang vom Martinsplatz zum Altmarkt.

Die Fertigstellung des Freiheiter Durchbruchs; © Stadtarchiv

Fertigstellung

Hier die Fertigstellung des Freiheiter Durchbruchs. Dies Bild ist kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkriegs 1939 entstanden. Auf der linken Seite das Sattlersche Haus, ein Fachwerkbau aus dem Mittelalter. Und das Linkersche Haus, ein restauriertes Doppelhaus mit zwei Eingängen. Außerdem kann man den Eingang zur Marktgasse sehen, welches der alte Zugang zum Martinsplatz war. Rechts ist die Hirsch Apotheke, ein alter Fachwerkbau auf einem Steinsockel von 1642. In der Mitte sind der Süd- und Nordturm der Martinskirche zu erkennen.

Geschaefte am Freiheiter Durchbruch; © Stadtarchiv

Auf der rechten Seite befand sich die Metzgerei Iffert. Links im Hintergrund sieht man den alten Marstall. Das Eckhaus zum Graben, 1935 als Massivhaus gebaut, überstand den Krieg als Ruine. Links im Vordergrund ist wieder das Haus Linker zu sehen. Auf der rechten Seite stand das Grünersche Haus, welches unten ein großes Schuhgeschäft beherbergte. In der Marktgasse konnte man in eine Konditorei gehen und kam wieder hier am Freiheiter Durchbruch raus. An der Ecke oben war die alte Polsterei Beloff.

Ehemaliger Eingang zum Freiheiter Durchbruch um 1939; © Stadtarchiv

Auf diesem Foto ist der ehemalige Eingang zum Freiheiter Durchbruch zu sehen. Die Straße ist heute als Sackgasse für den Verkehr gesperrt.

Veröffentlicht am:   01. 03. 2010  


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