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Collage aus Zitaten für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt; © Stadt Kassel; Fotos: Soremski/Bohnenkamp


Kassel – Kulturhauptstadt Europas 2025?

Im Jahr 2025 wird zum vierten Mal in der Geschichte der Initiative „Kulturhauptstadt Europas“ eine deutsche Stadt den Titel tragen. Bisher waren Berlin, Weimar und Essen europäische Kulturhauptstädte.

Den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ verleiht die Europäische Union seit 1985 jährlich und zeichnet damit Städte aus, die durch ihr kulturelles und kreatives Potential herausragen und es gleichzeitig verstehen, Europa in seiner Vielfalt sowie kulturellen Einheit zu repräsentieren.


Warum erwägt Kassel eine Bewerbung zur „Kulturhauptstadt Europas 2025“?

Die documenta-Stadt Kassel ist heute einer der zentralen Kulturstandorte Deutschlands mit einem vielfältigen Themenspektrum, weltweit beachteten Kunstereignissen sowie einer jungen, interkulturellen Szene. Kassel kann zudem als einstige Landgrafen- und Kurfürstenstadt auf ein reiches historisches Erbe zurückgreifen, zu dem grandiose Parklandschaften sowie bedeutende Museen und Sammlungen gehören. Eine frische, stetig wachsende Universität und eine innovative Kunsthochschule sind Garanten sowohl für wissenschaftlich wie auch künstlerisch kreative Potentiale in der Stadt.

Kassels wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen zehn Jahre verlief dynamisch. Nach seiner fast vollständigen Zerstörung im II. Weltkrieg und dem Wiederaufbau ist Kassel heute eine moderne Stadt mit vielfältigen Kulturen, in der Menschen aus mehr als 120 Nationen und Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichster Destinationen friedlich miteinander leben.


Welche Chancen bietet der Titel „Kulturhauptstadt Europas“ für Kassel?

Die Bewerbung kann den Auftakt bilden zu einem kulturellen Stadtentwicklungsprozess, der Kassel in die Liga der europäischen Zukunftsstädte hebt. Europaweit diskutierte Fragestellungen werden auf die lokale Situation übertragen und zukunftsweisende Antworten für eine lebenswerte und nachhaltige Stadtentwicklung formuliert.

  • Neue städtebauliche, soziale, bildungspolitische und andere Projekte können entstehen, noch unentdeckte Lebensräume entdeckt und insgesamt die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit der Stadt weiter erhöht werden.
  • Neben einer stärkeren Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Stadt böte eine Bewerbung auch die Chance, durch ein besseres Verständnis füreinander einen Beitrag zur nachhaltigen Integration vieler kulturell unterschiedlicher Lebensmodelle zu leisten.
  • Bereits während des Bewerbungsprozesses würde Kassel zudem eine erhöhte nationale und internationale Aufmerksamkeit erfahren.
  • Damit einhergehen erfahrungsgemäß positive Effekte im Bereich des Tourismus und des Stadtmarketings.
  • Andere Kulturhauptstädte Städte, wie z.B. Liverpool, Marseille, Linz, haben durch den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ erfolgreich und nachhaltig einen Imagewandel vollzogen.

Was wird von der „Kulturhauptstadt Europas“ erwartet?

Leitgedanke ist, Kultur als tragende Säule eines vereinten Europas zu nutzen und darüber die europäische Integration zu intensivieren. Kultur wird dabei als eine verbindendes Element verstanden, um die Stadt neu denken, als ein Medium, das die Bereiche Bildung, Wirtschaft, Gesundheit, Soziales, Politik, Stadtplanung durchzieht und miteinander verbindet. Daraus soll Schubkraft freigesetzt werden, daraus sollen zukunftsweisende Programme, interdisziplinäre Projekte und eine nachhaltige Stadtentwicklung entstehen.
Von einer erfolgreichen Kulturhauptstadtbewerbung werden Antworten und Vorschläge erwartet, vor allem jedoch die Bereitschaft, sich „als kulturelles und soziales Labor“ zu verstehen, in dem der Umgang mit zukunftsrelevanten Themen vorgedacht und ausprobiert wird.


Was hat die Stadt Kassel bisher unternommen?

Im November 2015 hat die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel beschlossen, eine erneute Bewerbung Kassels um den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ zu prüfen. Der Magistrat hat dazu eine interdisziplinäre Projektgruppe unter der Leitung des Kulturamts gebildet, die bisher an folgenden Bausteinen gearbeitet hat:

  • In Gesprächen mit rund ca. 40 lokalen und überregionalen Vertreterinnen und Vertretern aus verschiedenen Bereichen wurden Zukunftstrends, Entwicklungsströmungen und Potenziale identifiziert, die für Kassel und Europa Bedeutung haben und unser gesellschaftliches Miteinander nachhaltig verändern könnten.
  • Mit mehr als 100 Kulturproduzenten, Veranstaltern und Vermittlern aus Kassel wurde der zurückliegende Bewerbungsprozess und seine Auswirkungen auf die Kulturlandschaft Kassels bewertet und die Bereitschaft zu einer neuen Bewerbung erörtert.
  • Mit dem Landkreis Kassel wurde die mögliche zweite Bewerbung diskutiert. Auch wenn Antragsteller immer nur eine Kommune sein kann, so stimmen die Stadt und der Landkreis Kassel darin überein, dass die Bewerbung die Region mit im Blick haben muss.
  • U.a. in Gesprächen mit Vertretern der diesjährigen „Kulturhauptstadt Europas 2016“, Breslau, wurde deren finanzieller und organisatorischer Aufwand ermittelt.
  • Im Juni 2016 hat die Stadt zu der ersten öffentlichen Informationsveranstaltung eingeladen. Dr. Ulrich Fuchs, Mitglied der EU-Jury, referierte über die mit einer Bewerbung verbundenen Chancen und Herausforderungen sowie seine Erfahrungen mit den Kulturhauptstädten Linz 2009 und Marseille 2013.
  • Das Kulturamt der Stadt arbeitet an einer Kulturlandschaftsanalyse, die das kulturelle Profil Kassels herausarbeitet und Grundlage für eine Kulturentwicklungsplanung sein kann.

Wie gestaltet sich das Bewerbungsverfahren?

Die Europäische Kommission hat mit der Novellierung des Programms im Jahr 2014 auch ein neues Auswahlverfahren initiiert. Dabei wird die Vergabe des Titels ab 2020 in zwei Phasen durchgeführt.

Die Bewerbungsphase beginnt sechs Jahre vor dem Titeljahr mit dem Aufruf zur Bewerbung. Interessierte Städte haben bis Mitte 2019 Zeit, ihre Bewerbung in einzureichen. Nach Ablauf der Bewerbungsfrist wird eine europäische Auswahljury zu einer Vorauswahlbesprechung einberufen, in welcher die Delegationen der Bewerberstädte ihre jeweiligen Bewerbungen vorstellen. Diejenigen Bewerber, die die zweite Runde des Auswahlverfahrens erreichen, können ihre Bewerbung innerhalb von neun Monaten überarbeiten.

Im Frühjahr 2020 findet die zweite Auswahlrunde statt. Im Anschluss gibt die Jury eine Empfehlung an das Europäische Parlament, den Europäischen Rat und die Europäische Kommission, welche Bewerberstadt den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ erhalten soll. Das Europäische Parlament ernennt auf dieser Grundlage die „Kulturhauptstadt Europas 2025“.


Was würde eine Bewerbung kosten?

Die Kosten für eine mögliche Bewerbung lassen sich über Vergleichswerte zu anderen Kulturhauptstädten bzw. –Kandidaten sowie zur ersten Bewerbung Kassels kalkulieren. Aktuell geht die Stadt Kassel von Bewerbungskosten in Höhe von ca. 2 Mio. € bis zum Jahr 2020 aus. Diese werden für Dienstleistungen (z.B. Prozessberatung, Studien, Gutachten, Moderation), Prozessmanagement (z.B. Organisation von Beteiligungsprozessen), Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Dokumentationen, Internetauftritt), Personal  und Veranstaltungen benötigt.


Wer bewirbt sich noch?

Zurzeit erwägen 14 weitere deutsche Städte, sich um den Titel zu bewerben: Chemnitz, Dresden, Metropolregion Nürnberg, Hildesheim, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, Stralsund/Wismar, Würzburg/Mainfranken, Ulm, Lübeck, Hannover, Görlitz, Halle/Saale
Lediglich Dresden und Magdeburg haben bereits ihre Bewerbungsabsichten beschlossen und kommuniziert.

Wo finde ich mehr Informationen?

Veröffentlicht am:   02. 11. 2016  


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