| Anschrift: |
Brüder-Grimm-Platz 4 A 34117 Kassel |
| Stadtteil: | Mitte |
| Telefon: | 0561 / 804-7316 |
| Telefax: | 0561 / 804-7301 |
| E-Mail: | bb6@bibliothek.uni-kassel.de |
| Internet: | www.ub.uni-kassel.de/bb6.html |
| Lage: | Lage im Stadtplan |
Das Gebäude der Murhardschen Bibliothek wurde von Emil Hagberg im Stil der Neorenaissance errichtet und nach Kriegsschäden vereinfacht wiederhergestellt. Die 1580 gegründete Landesbibliothek bewahrt wertvollste Handschriften, historische Karten, Autographen, Drucke und Musikalien sowie Literatur zur hessischen Geschichte und Landeskunde.
Sie ist weltberühmt, die Geschichte des Zweikampfs von Hildebrand und seinem Sohn Hadubrand: Das Hildebrandlied, das älteste größere Stück deutscher Dichtung, befindet sich ebenfalls im Handschriftentresor.
Zu den wertvollen Teilen des bis in das 6. Jahrhundert zurückgehenden und an Bilder-Handschriften reichen Bestandes der Handschriftenabteilung gehört eine Gutenbergbibel von 1455 und Werke aus der Zeit der Christianisierung Deutschlands sowie den Anfängen der deutschen Literatur.
Die Immenhäuser Bibel ist eine 42-zeilige Gutenbergbibel, die zwischen 1452 und 1454 gedruckt wurde. Sie gehört aufgrund ihrer aufwändigen Gestaltung und perfekten Herstellung zu den faszinierendsten Druckwerken aller Zeiten.
Von den ursprünglich 180 Exemplaren, die Johannes Gutenberg in seiner Mainzer Werkstatt druckte, sind weltweit nur noch 49 erhalten. Das in der Universitätsbibliothek Kassel aufbewahrte Exemplar wurde 1958 auf dem Dachboden der Pfarrgemeinde Immenhausen gefunden. Lange Zeit war die Herkunft der Bibel umstritten. Erst 1975 wurde die Echtheit von Experten des Mainzer Gutenbergmuseums bestätigt.
Im November 2010 konnte der Verbleib der Bibel in der Universitätsbibliothek dauerhaft gesichert werden. Das Land Hessen hat sich zu einer Staatshaftung in Höhe von zehn Millionen Euro verpflichtet um sicherzustellen, dass der bedeutende Druck aus Gutenbergs Werkstatt auch künftig zu sehen ist.
Zusammen mit der Gutenbergbibel wurde auch der dauerhafte Verbleib zweier weiterer Werke der frühen Druckkunst in der Universitätsbibliothek Kassel abgesichert. Es handelt sich dabei um das liturgische Textbuch Psalterium Latinum des Johann Schönsperger aus den Jahren 1492-1500 sowie das 1507 von Peter Drach in Speyer gedruckte Messbuch Missale Mogontiacum.
Weitere historische Exponate sind zum Beispiel eine Handschrift aus dem Ende der Völkerwanderungszeit im 6. Jahrhundert von Flavius Josephus oder Musikhandschriften wie das Liederhandbuch der Kaiserin Kunigunde aus dem 11. Jahrhundert.
Der Eintritt ist frei