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Murhardsche Bibliothek

Gruppe vor dem Rohbau der Bibliothek; © Universität Kassel; Foto: Anderas Fischer
Richtfest an der Murhardschen Mitte Mai 2018 mit (von links) Ralf Kruse, Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen, Prof. Dr. Reiner Finkeldey, Präsident der Universität Kassel, Irene Bauerfeind-Roßmann, Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Dr. Thomas Schneider, Hessischer Finanzminister, Susanne Völker, Kulturdezernentin der Stadt Kassel, und Dr. Axel Halle, Leitender Bibliotheksdirektor der Universitätsbibliothek Kassel. Dr. Oliver Fromm, Kanzler der Universität Kassel.

 

Umbau der Murhardschen Bibliothek bis 2020

Die Murhardsche Bibliothek, Teil der Universität Kassel, wird bis 2020 für über 13 Millionen Euro saniert und erweitert. In einem Anbau sollen künftig kostbare Bestände ausgestellt werden, etwa Handschriften aus dem Mittelalter. Die Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz wird dadurch zu einer attraktiven Ergänzung des Museums-Ensembles am Kasseler Weinberg. 

"Die Bibliothek der Brüder Friedrich und Karl Murhard sollte ein Ort sein, an dem Menschen Informationen, Erkenntnisse und Wissen erlangen. Für den Bildungshunger und die Weltoffenheit ihrer Stifter steht die Murhardsche Bibliothek noch heute - und der Um- und Erweiterungsbau trägt dieses Ideal auch in die Zukunft. Umso schöner, dass heute auch die Brüder Grimm als Nachbarn in unmittelbarer Nähe mit ihren Ideen und Idealen vertreten sind und die Murhardsche Bibliothek zukünftig noch stärker als bisher ein Ort der Vernetzung der Stadtgesellschaft, ein Ort des sozialen und kulturellen Austauschs wird", sagte Kassels Kulturdezernentin Susanne Völker beim Richtfest am 16. Mai 2018.

Der denkmalgeschützte Altbau wird in den kommenden Jahren modernisiert. Auch der historische Eulensaal wird dann wieder für Konzerte und andere Kulturveranstaltungen zur Verfügung stehen. Ein vierstöckiger Anbau mit rund 680 m² Hauptnutzfläche erweitert das Gebäude künftig nach Nordwesten. Im Anbau entstehen ein Magazin, aber auch ein verglaster zweistöckiger Lesesaal sowie ein Ausstellungsraum, um die wertvollen Handschriften und andere kulturelle Schätze gut geschützt präsentieren zu können.

Auch während der Umbauphase geht der Bibliotheksbetrieb weiter. Bestände, die an andere Standorte der Universitätsbibliothek ausgelagert wurden, können über den internen Leihverkehr online bestellt werden.

Murhardsche Bibliothek; © Universität Kassel; Foto. Knut Wierda Universitätsbibliothek Kassel; Murhardsche Bibliothek

Die Murhardsche Bibliothek am Brüder-Grimm-Platz ist seit 1976 Teil der Universitätsbibliothek Kassel. Ihre Gründung geht auf das Testament der Kasseler Bürger Friedrich und Karl Murhard zurück, die ihrer Vaterstadt Kassel ihr gesamtes Vermögen zur Stiftung einer wissenschaftlichen Bürgerbibliothek hinterließen.

Das im Stil der Neorenaissance errichtete Gebäude wurde 1905 eröffnet. Neben den umfangreichen Beständen der   Murhardschen Bibliothek beherbergt es außerdem die Landesbibliothek mit ihren Sondersammlungen und der Hessischen Abteilung. Die Landesbibliothek, 1580 von Landgraf Wilhelm IV. gegründet, befindet sich, nach erheblichen Kriegsverlusten durch Bombenangriffe 1941 und der Zerstörung ihres langjährigen Domizils Museum Fridericianum, seit 1959 im Gebäude der Murhardschen Bibliothek und gehört wie diese seit 1976 zur Universitätsbibliothek Kassel.  

In ihrem Profil als wissenschaftliche Stadtbibliothek mit Stiftungshintergrund ist die "Murhardsche", wie sie von den Kasselern liebevoll genannt wird, einzigartig in Deutschland. Sie ist zweitgrößter Standort der Universitätsbibliotheken  und bildet innerhalb der Universität mit ihrem historischen Gebäude den Rahmen für besondere kulturelle Anlässe.


Sondersammlungen

Zum Historischen Erbe der Landesbibliothek gehören die 1941 fast vollständig geretteten ca. 450 mittelalterlichen und 10.000 neuzeitlichen Handschriften wie auch die rund 30.000 Stücke umfassende Autographensammlung, zahlreiche Nachlässe sowie die historischen Bestände der Casseler Hofkapelle.

Ergänzt werden diese durch historische und moderne Druckwerke aus dem Gebiet der alten Landgrafschaft Hessen-Kassel. Unter den besonderen Stücken der Sammlung befindet sich unter anderem das Hildebrandlied aus dem 9. Jahrhundert. Es ist die älteste erhaltene Überlieferung germanischer Heldendichtung in deutscher Sprache.

Zu den wertvollsten und international renommierten Beständen zählen außerdem die seit der Zeit von Landgraf Moritz (1592-1627) systematisch aufgebaute Notensammlung der Hofkapelle, darunter die weltweit größte Sammlung von Heinrich-Schütz-Autographen.

Aufgrund umfangreicher Sanierungsmaßnahmen am Standort Brüder-Grimm-Platz werden zur Zeit keine Ausstellungen angeboten. Gruppenführungen in der Abteilung Sondersammlungen sind auf Anfrage möglich.

Seite aus dem Hildebrandlied; © Universität Kassel Hildebrandlied, 9. Jh., Erste Seite, Signatur: 2° Ms. theol. 54, fol. 1r

Seite aus dem Willehalm-Kodex; © Universität Kassel Willehalm-Kodex, 1334, Schachszene Willehalm bekehrt Arabel zum Christentum, Signatur: 2° Ms. poet. et roman. 1, fol. 25r

; © Universität Kassel Heinrich Schütz: Vier Hirtinnen gleich jung gleich schön, Dresden, 17. Jh., Signatur 2° Mus. 58f, fol. 70r

Mit der Online Plattform (ORKA) können Sie sich die digitalisierten Bücher online ansehen.

UNESCO Weltdokumentenerbe: Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen, Zweibändige Erstausgabe Berlin, 1812, Signatur: 34 8° Grimm 79; © Universität Kassel UNESCO Weltdokumentenerbe: Jacob und Wilhelm Grimm: Kinder- und Hausmärchen, Zweibändige Erstausgabe Berlin, 1812, Signatur: 34 8° Grimm 79

Grimm-Sammlung

Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, ebenso bekannt für ihre Forschungen zur deutschen Sprache und Sprachwissenschaft, wie berühmt für ihre Sammlung von Volks- und Hausmärchen, wirkten zwischen 1814/16 und 1829 als Bibliothekare und Forscher in der (kurfürstlichen) Landesbibliothek im Fridericianum.

Nicht nur diesem Umstand ist die besondere Verbindung der Bibliothek zu den berühmten Brüdern zu verdanken: als Schatzhaus für das geschriebene kulturelle Erbe der Region übernimmt die Universitätsbibliothek neben der Pflege ihrer eigenen Grimm-Bestände auch die fachgerechte Betreuung und Aufbewahrung der Grimm-Sammlung der Stadt Kassel und bietet so beste Bedingungen für die internationale Grimm-Forschung.

Mit der sukzessiven digitalen Bereitstellung der Originale über das Onlinearchiv der Universität ORKA unterstützt sie außerdem deren weltweite und kostenfreie Zugänglichkeit für die Wissenschaft.

Weitere Informationen

Kontakt

Institution: Universitätsbibliothek Kassel - Landesbibliothek und Murhardsche Bibliothek der Stadt Kassel
Telefon: 0561 / 804 7318
E-Mail: bgp@bibliothek.uni-kassel.de
Telefon: 0561 / 804 7337
Anschrift: Brüder-Grimm-Platz 4 A
34117 Kassel
ÖPNV: Fahrplanauskunft
Stadtplan: Lage im Stadtplan
Internet: www.uni-kassel.de/ub/murhardsche-bibliothek
Internet: www.uni-kassel.de/ub/historisches-erbe

Öffnungszeiten Bibliothek

Montag: 9 bis 18 Uhr
Dienstag: 9 bis 18 Uhr
Mittwoch: 9 bis 18 Uhr
Donnerstag: 9 bis 18 Uhr
Freitag: 9 bis 18 Uhr
Samstag: 10 bis 13 Uhr

Öffnungszeiten Sondersammlungen

Montag: 9 bis 16 Uhr
Dienstag: 9 bis 16 Uhr
Mittwoch: 9 bis 16 Uhr
Donnerstag: 9 bis 16 Uhr
Freitag: 9 bis 13 Uhr
Veröffentlicht am:   29. 09. 2016  


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