| Anschrift: |
Weserstraße 7A 34125 Kassel |
| Stadtteil: | Mitte |
| Telefon: | 0561 / 774021 |
| Telefax: | 0561 / 711954 |
| Internet: | www.max-eyth-schule.de |
| Lage: | Lage im Stadtplan |
Im Auftrag von Landgraf Wilhelm IV planten und bauten Rochus von Linar und Christoph Müller das Zeughaus im Jahre 1581 im Renaissance-Stil. Es war Teil der Festungsanlagen Kassels, die im 16. und 17. Jahrhundert zu den modernsten in Europa zählten und diente zur Lagerung von Waffen und Munition. Unter Landgraf Karl wandelte sich der Charakter des Zeughauses immer stärker zu einem zentralen Depot der Artillerie. Der erste Stock wurde als Militärmuseum und Ausstellungsraum genutzt.
Die spektakulärste Plünderung ereignete sich jedoch in der Nacht vom 9. auf den 10. April 1848. Nach einem Übergriff von Mitgliedern der kurfürstlichen Elitereiterei („Garde du Corps“) auf einen Demonstrationszug, brachen aufgebrachte Bürger die Pforte am Westturm des Zeughauses auf, um sich mit dessen Beständen zu bewaffnen. Die aufgebrachten Bürger drohten mit dem Sturz des Kurfürsten und der Ausrufung der Republik. Der Kurfürst gab damals nach, löste die "Garde-du-Corp" auf und blieb im Amt. 14 Jahre später ließ Kurfürst Friedrich Wilhelm am 4. April 1862 die Pforte zumauern, um seine unnachgiebige Haltung gegenüber den Bürgern zu demonstrieren.
Seit 1991 bemühte sich der „Verein Zeughaus Kassel“ mit ca. 700 Mitgliedern um die Erhaltung und die Erschließung der Zeughausruine. Die Mauern wurden 2006 saniert. 2007/2008 wurde ein zurückhaltend gestalteter Neubau in die Ruine gesetzt, der die angrenzenden Schulbauten mit einer Cafeteria verbindet und auch der Öffentlichkeit für Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Die bisherigen Arbeiten wurden zum größeren Teil aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert, aber auch aus Mitteln der Stadt, des Landes und der Europäischen Union. Am 5. März 2009 wurde die Cafeteria eröffnet.