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7.000 Eichen

Künstler: Joseph Beuys
Standorte: Link zur Stadtplan-Themenkarte Baumkataster "7000 Eichen"
Internet: www.7000eichen.de
Am 16. März 1982 pflanzte Joseph Beuys den ersten Baum; © Stadtarchiv Kassel; Foto: R. Lehning Am 16. März 1982 pflanzte Joseph Beuys den ersten Baum seines documenta 7 - Kunstwerks "7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" vor dem Museum Fridericianum. Zum Vergrößern bitte das Bild anklicken!

Über 30 Jahre "Stadtverwaldung"

Am 16. März 1982 pflanzte Joseph Beuys den ersten Baum seines documenta 7 - Kunstwerks "7000 Eichen - Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung" vor dem Museum Fridericianum. Mit diesem Landschaftskunstwerk veränderte er nachhaltig und dauerhaft das Kasseler Stadtbild. Wie keinem anderen Künstler des 20. Jahrhunderts zuvor gelang ihm damit ein umfassendes Werk, das im Leben der Menschen dieser Stadt stark präsent bleibt.

Auch der letzte verpflanzte Baum wurde vor das Fridericianum, sieben Meter neben den ersten, gesetzt. Da Joseph Beuys am 23. Januar 1987 verstorben war, übernahm das sein Sohn Wenzel am 12. Juni 1987, zu Beginn der documenta 8.

Vor der Pflanzung hatte Beuys in einer keilförmigen Formation 7.000 Basaltblöcke mitten auf dem Friedrichsplatz abladen lassen. Die Stelen waren aus drei Steinbrüchen bei Schlierbach, Beilstein sowie Linz im Westerwald nach Kassel transportiert worden.

7000 Basaltstelen vor dem Fridericianum; © documenta Archiv; Foto: Hilmar Deist 7000 Basaltstelen vor dem Fridericianum

Diese immense Steinaufschüttung hat die Gemüter der Kasseler Bürger zunächst erregt, bis schließlich allgemein bekannt wurde, was Joseph Beuys mit dieser Aktion bezweckte: Von der documenta 7 (1982) bis zur documenta 8 (1987) sollten diese Basaltblöcke Stück für Stück entfernt und zu einem der gepflanzten Bäume platziert werden.

Indes begann Joseph Beuys an der breiten Seite des Keils mit dem Abtragen der Basaltblöcke, so dass die Aufschüttung auch nach der documenta sehr präsent das Stadtbild prägte.

Nach einem finanziellen Anschub durch eine New Yorker Foundation suchte der Künstler Menschen, die sich durch eine sogenannte "Baumpatenschaft" bereit fanden, die Kosten für die Pflanzung eines Baumes zu tragen. Die Kosten betrugen damals 500 DM inklusive Transport, Stein und Pflege.

Auf diese Weise wurden bis zur documenta 8 im Jahr 1987 7.000 neue Bäume in Kassel gepflanzt. Neben fünf Eichenarten – wie Stieleiche, Amerikanischer Roteiche und Sumpf-Eiche - wurden weitere 36 Baumarten gepflanzt. Deutliches Erkennungsmerkmal der Bäume dieser ökologisch - künstlerischen Aktion ist der daneben platzierte Basaltblock.

Joseph Beuys war bekannt für seine ökologischen Appelle und sein gesellschaftliches Engagement, Der 1921 in Kleve geborene Künstler, stellte von der d3 bis zur d7 seine Werke aus und war somit fünfmal auf einer documenta vertreten.

In der Geschichte der documenta ist die Aktion "7000 Eichen" bislang die einzige Arbeit, die zwei documenta-Ausstellungen miteinander verbindet. Das durch die Kasseler Bevölkerung zunächst abgelehnte Projekt erfuhr eine Rehabilitation, indem es im Rahmen des Landschaftswettbewerb "Ökologische Erneuerung unserer Städte und Gemeinden" 1987/88 durch das Hessische Innenministerium eine Auszeichnung erhielt. Mit dieser Arbeit, die sich mittlerweile völlig im Stadtbild aufgelöst hat, hat der Künstler Josef Beuys den von ihm entwickelten "erweiterten Kunstbegriff" so konsequent wie nie zuvor verwirklicht.

Der erst- und der letztgepflanzte Baum der Aktion "7000 Eichen" vor dem Fridericianum in Kassel; © Stadt Kassel; Foto: Kasiewicz
Der erst- und der letztgepflanzte Baum der Aktion "7000 Eichen" vor dem Fridericianum in Kassel

Veröffentlicht am:   19. 05. 2015  


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