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„Kulturhauptstadt Europas 2025“: Gründung eines Kasseler Projektteams

Kassel hat sich zu einer zentralen Kulturstadt in Deutschland entwickelt - ob sie auch „Kulturhauptstadt Europas 2025“ werden könnte, ist eine Fragestellung, die Oberbürgermeister Hilgen in seiner Rede beim Jahresempfang 2015 aufgeworfen hat. Seitdem hat die Verwaltung im Hintergrund daran gearbeitet, in ersten Schritten die Chancen und Risiken abzuwägen sowie Handlungsfelder einer Bewerbung auszuloten. Die Beschlüsse des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung, bis zu einem abschließenden Votum Ende 2018 die Bewerbung weiter voranzutreiben, waren Voraussetzung für den nun beginnenden Aufbau eines Kulturhauptstadtbüros sowie die Umsetzung weiterer Schritte.

Schriftzug Kulturhauptstadt 2025?; © Stadt Kassel

Ein wichtiger Arbeitsschritt im Bewerbungsprozess
Im Mai hat mit der Gründung eines Projektteams „Kulturhauptstadt Europas 2025“ nun ein wichtiger Arbeitsabschnitt im Bewerbungsprozess Kassels begonnen. Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier stellten die Mitglieder jetzt vor. „Das Team wird im Laufe der kommenden zwei Jahre prozessbegleitend noch weiter anwachsen. Es soll sowohl die Leitgedanken der Bewerbung in die Stadt und die Gesellschaft tragen als auch ein Kulturhauptstadtbüro aufbauen, das Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, Kulturakteure, Unterstützer, Volunteers und Kooperationspartner werden soll“, so OB Hilgen.

Das sind die neuen Projektteam-Mitglieder
Als Prozessberaterin wird Pia Leydolt-Fuchs die Bewerbung Kassels mit einer umfassenden Kulturhauptstadtexpertise begleiten. Sie war Pressesprecherin im „Linz 2009“-Team und hat anschließend „Cap.CULT“ gegründet, eine Agentur für Kunst, Kultur- und Kulturhauptstadtvermittlung. Gemeinsam mit dem Kulturamt wird sie Themenschwerpunkte, Leitmotive und Partizipationsformate erarbeiten. Im Zusammenspiel mit dem im Juli beginnenden Prozess der Kulturkonzeption hat sie sowohl die Entwicklung eines erfolgreichen Bewerbungskonzepts als auch die Verankerung des Bewerbungsvorhabens in der Kasseler Zivilgesellschaft im Blick.

Das Projektteam der Kasseler Kulturhauptstadtbewerbung wird ab Juni 2017 durch die Projektkoordinatorin Sandra Heuchel, bisher Mitarbeiterin im Kulturamt, erweitert. Sie wird gemeinsam mit Pia Leydolt-Fuchs die Bewerbung Kassels begleiten und die organisatorischen Schritte und Maßnahmen bis zur Bewerbungsabgabe im Frühjahr 2019 umsetzen. Dazu gehört nicht nur die Entwicklung einer maßgeschneiderten Kommunikations- und Marketingstrategie, sondern vor allem die Umsetzung eines breit aufgestellten, motivierenden und nachhaltigen Beteiligungsprozesses (Beginn Herbst 2017), der Aufbau eines Kulturhauptstadtbüros und die Verankerung der Leitthemen und Motive in Kassel, der Region und im nationalen Wettbewerb. 

Die Erarbeitung einer umfassenden Kasseler Kulturkonzeption beginnt im Juli 2017. Sie ist eine Voraussetzung eines erfolgreichen Bewerbungsvorhabens und von der EU explizit im Rahmen des Programms gefordert. Dafür konnte die Kulturpolitische Gesellschaft e. V. mit Dr. Patrick S. Föhl als Projektleiter gewonnen werden. Dr. Föhl hat sich auf die Erarbeitung und Umsetzung von Kulturentwicklungsprozessen besonders für Städte und Regionen spezialisiert, steuert Transformationsprozesse, begleitet partizipative Verfahren und befasst sich seit über zehn Jahren erfolgreich mit konzeptbasierter Kulturentwicklung. „Durch die Zusammenarbeit mit ihm und der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. hat Kassel einen weiteren starken Partner auf dem Weg zur „Kulturhauptstadt Europas“ gewinnen können“, so Kulturamtsleiterin Dorothée Rhiemeier.

Umfassende Analyse der Kasseler Kulturlandschaft ist in Arbeit
Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten ist auch eine im April 2016 beauftragte Analyse der Kasseler Kulturlandschaft, deren erste Ergebnisse seit Dezember 2016 als „Modul I – Bestandsaufnahme der Kulturlandschaft“ vorliegen. Gleichzeitig begann die Arbeit am Modul II, einer Stärken-Schwächen- Analyse (SWOT-Analyse).

Erster Bericht zur Bewerbung als „Kulturhauptstadt Europas 2025“ liegt gedruckt vor
Ein im Zeitraum Frühjahr 2015 bis Oktober 2016 durch das Kulturamt erarbeiteter 58-seitiger Bericht zur Bewerbung Kassels als „Kulturhauptstadt Europas 2025“ liegt zudem jetzt gedruckt vor. Er wurde von einer Projektgruppe unter Leitung von Kulturamtschefin Dorothée Rhiemeier erarbeitet. Der Bericht enthält sowohl eine kurze Bestandsaufnahme des kulturellen Profils von Kassel wie auch einen Ausblick auf die Anforderungen des Bewerbungsverfahrens. Die angeführten Chancen und Risiken haben sich unter anderem aus Interviews ergeben, die mit rund vierzig lokalen sowie nicht in Kassel lebenden Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern geführt wurden.

Der Bericht macht zudem anhand der Anforderungskriterien des EU-Programms deutlich, dass es im Bewerbungsverfahren um mehr geht als die Weiterentwicklung und die Präsentation der kulturellen Werte einer Stadt. Dies hat sich seit der ersten Bewerbung in den Jahren 2001 bis 2005 grundlegend geändert: Heute ist ein zwar von Kultur geprägter, jedoch umfassender Stadtentwicklungsprozess Weg und Ziel einer europäischen Kulturhauptstadt.

Der Bericht war Grundlage der Beschlüsse des Magistrates und der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel zum Kulturhauptstadtthema.

Interessierte können den Bericht hier anfordern

Institution: Kulturamt
Telefon: 0561 787 1252
E-Mail: kulturamt@kassel.de
ÖPNV: Fahrplanauskunft
Stadtplan: Lage im Stadtplan
Leseexemplare : liegen in der Stadtbibliothek vor

Kurzbiografien

Porträtfoto Pia Leydolt-Fuchs; © CaP.CULT; Foto: Amandine Car

Pia Leydolt-Fuchs

*1979 in Wien (AT), lebt seit 2012 in Marseille

Während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien mit Spezialisierung auf Public Management absolvierte Pia Leydolt-Fuchs einen Lehrgang für PR in Kunst, Politik und Wirtschaft. Zusätzlich zu ihrer langjährigen Berufserfahrung machte sie eine Weiterbildung im Bereich Kultur- und Medienmanagement an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Beruflich war Leydolt-Fuchs in unterschiedlichen Kunst- und Kulturinstitutionen tätig;  

u.a. als Pressesprecherin und Verantwortliche für den Pressebereich bei der Linz 2009 Kulturhauptstadt Europas Organisations GmbH (2007-2010), als Presse-, Marketing- und Sponsoring-Verantwortliche in der Vereinigung bildender KünstlerInnen Wiener Secession (2010-2012) ebenso wie als freie Pressereferentin für eine Vielzahl an architektonischen und künstlerischen Projekten und Ausstellungen in den vergangenen Jahren. Seit 2017 ist Pia Leydolt-Fuchs Mitglied der EU-Expertenjury für das Europäische Kulturerbe Siegel (EHL).

Porträtfoto Sandra Heuchel; © Stadt Kassel; Foto: Soremski

Sandra Heuchel, M.A.

*1978 in Apolda (Thüringen)

Sandra Heuchel hat Medienwissenschaft (M.A.) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena studiert  und im Anschluss  an der FernUniversität Hagen einen Abschluss als Betriebswirtin (IWW) erlangt. Nach ihrem Studium war sie in verschiedenen Kulturinstitutionen der freien Szene in Leipzig tätig, u.a. für einen Kunstverein und ein freies Theaterhaus. In diesem Rahmen war sie auch am Aufbau der Leipziger Sommerakademie beteiligt, einem jährlichen Kreativ- und Bildungsangebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

Seit November 2013 ist sie im Team der Abteilung Kulturförderung und -beratung des Kulturamtes der Stadt Kassel. Hier koordiniert sie u.a. die Kasseler Museumsnacht und den Kulturförderpreis der Stadt Kassel. Sie engagiert sich für städtische Sonderprojekte wie "UTOPIEdocumenta", betreut seit 2016 die Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung und den Kasseler Kunstpreis und ist seit Verkündung der Bewerbungsidee in die Vorbereitungen der Kasseler Bewerbung als "Kulturhauptstadt Europas 2025" eingebunden.

Porträtfoto Patrick S. Föhl; © Natalka Diachenko

Dr. phil. Patrick S. Föhl

*1978 in Berlin-Kreuzberg

Gründer und Leiter des »Netzwerks Kulturberatung« in Berlin. Er ist ein international anerkannter Kulturentwicklungsplaner und Kulturmanagement-Trainer. Sein Ansatz zeichnet sich durch die Kombination von partizipativen Ermächtigungsprozessen mit fundierten Analysenverfahren aus. Kulturentwicklungsverfahren verantwortet er unter anderem für die Metropolregion Rhein-Neckar, die KulturRegion Stuttgart, die Landkreise Euskirchen, Ostprignitz-Ruppin, Kyffhäuserkreis/Nordhausen, Hildburghausen/Sonneberg, Havelland sowie die Städte Düsseldorf, Ulm, Plovdiv, Potsdam, Dessau-Roßlau und Neuruppin. Zugleich arbeitet er an anderen Transformationsprojekten (z. B. Theaterhybrid Theater Oberhausen/Ringlokschuppen Mülheim, Road Map nachhaltige Kulturentwicklung in der Ukraine) und Evaluationsverfahren (z. B. Spielstätttenprogrammpreis des BKM). Seit 1996 hat er zudem in verschiedenen Kultureinrichtungen gearbeitet oder beraten (u. a. Stiftung Schloss Neuhardenberg, Klassik Stiftung Weimar). Als Referent und Trainer ist er weltweit an Hochschulen und Einrichtungen tätig (u. a. Ägypten, Bulgarien, China, Chile, Pakistan, Polen, Schweiz, Ukraine, USA, Vietnam). Er publiziert regelmäßig in den Bereichen Kulturpolitik und Kulturmanagement.

Mehr auf www.netzwerk-kulturberatung.de

Veröffentlicht am:   02. 06. 2017  

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